In der sich schnell verändernden medizinischen Welt ist es wichtig, dass junge Wissenschaftler eine gute Orientierung für ihre Zukunft haben. Gleichzeitig suchen die Unternehmen des Gesundheits- und Biotechnologiesektors hochqualifizierte und motivierte Fachkräfte. Das jährliche Career Event des Radboudumc bietet eine einzigartige Gelegenheit, beide Welten zu treffen. Aysel Gurbanova, Doktorandin, und Marieke de Visser, Beraterin für Forschungspolitik, beide am Radboudumc, sprechen über diese Veranstaltung.
Eine Brücke zwischen Wissenschaft und Praxis
Die Karrieremesse richtet sich speziell an Doktoranden und Postdocs, die sich über alternative Karrieremöglichkeiten innerhalb und vor allem auch außerhalb der Universität informieren möchten.
„Viele Doktoranden bleiben nach ihrer Forschung nicht in der akademischen Welt“, erklärt Aysel Gurbanova, Mitorganisatorin der Veranstaltung. „Aber oft kennen sie die Möglichkeiten außerhalb der Universität nicht, einfach weil sich ihr Netzwerk hauptsächlich innerhalb der Universität befindet.“
Gurbanova forscht selbst im Bereich der Abteilung für Labormedizin zu Lebensstilinterventionen bei Fortpflanzungsstörungen. Sie betont, wie wichtig es ist, dass junge Forscher ihren Horizont erweitern.
Auch sie selbst hatte einst eine Professur im Blick, doch während ihrer Promotion stellte sie fest, dass dies doch nicht zu dem Leben passt, das sie sich wünscht.
„Man muss bereit sein, oft den Standort zu wechseln, denn man hat nicht überall die Möglichkeit, in seinem Fachgebiet Professor zu werden. Außerdem erfordert eine Stelle in der Forschung viel Geduld; auch nach Jahren der Forschung kann man unter Umständen nur sehr begrenzte Ergebnisse vorweisen.
Wenn man weiß, welche Alternativen es gibt – Beratung, Politik, F&E in der Industrie –, kann man gezielt auf einen alternativen nächsten Schritt hinarbeiten.“
Wertvolle Fähigkeiten, auch außerhalb der Wissenschaft
Auch Marieke de Visser, Politikberaterin am Radboudumc und an der Karrieremesse beteiligt, betont, dass der Wert einer Promotion weit über den universitären Rahmen hinausgeht.
„Ein Promotionsstudium lehrt einen nicht nur, wie man Forschung betreibt. Man entwickelt Problemlösungsfähigkeiten sowie Management- und Kommunikationskompetenzen – allesamt wertvoll für viele verschiedene Karrieren innerhalb und außerhalb der Wissenschaft, beispielsweise in der Wirtschaft. Ich selbst habe auch promoviert und bin jetzt Politikberaterin!“
Laut De Visser finden nur 30 bis 40 Prozent der Doktoranden eine Anstellung an der Universität, einschließlich klinischer Positionen. „Deshalb ermutigen wir Doktoranden, bereits während ihres Promotionsstudiums über die nächsten Schritte nachzudenken. Wir besprechen dies auch mit ihren Betreuern, damit sie gezielt Fähigkeiten entwickeln können, die auch außerhalb der Wissenschaft von Nutzen sind. Die Betreuer müssen die Doktoranden dabei begleiten und dürfen den Fokus nicht ausschließlich auf Forschungskompetenzen legen.“
Enthusiastischer Empfang
Die erste Ausgabe des Career Day im vergangenen Jahr zog rund 140 Doktoranden und Postdocs sowie etwa 20 Unternehmen an; beide Gruppen zeigten sich von der Veranstaltung sehr angetan.
Das Konzept ist klar und zielgerichtet: ein Vormittagsprogramm mit Keynotes und Workshops, gefolgt von einem Nachmittag mit einer Unternehmensmesse, Networking-Sessions und Erfahrungsberichten von Alumni.
Gurbanova: „Die Teilnehmer fanden es wertvoll, von Karrieren zu hören, die sie zuvor nie in Betracht gezogen hatten – wie zum Beispiel ein Doktorand, der heute als Patentberater tätig ist.“
Auch für Unternehmen ist die Veranstaltung attraktiv. Sie können Forscher mit einer soliden akademischen Grundlage kennenlernen und ihre Organisation als potenziellen Arbeitgeber präsentieren.
„Im vergangenen Jahr waren vor allem Start-ups und kleinere Unternehmen dabei“, so Gurbanova. „In diesem Jahr hoffen wir, auch mehr große Unternehmen anzuziehen, wie beispielsweise Johnson & Johnson, die nun einen Workshop anbieten werden.“
Sponsoring und Teilnahme: niedrigschwellig und wertvoll
Für Unternehmen, die teilnehmen möchten, gibt es verschiedene Möglichkeiten, von einem Stand auf der Unternehmensmesse bis hin zur Durchführung eines Workshops oder eines Keynote-Vortrags. „Wir haben ein Sponsorenpaket entwickelt, bei dem Unternehmen wählen können, wie sie sich einbringen möchten“, sagt De Visser. „Einige Unternehmen waren den ganzen Tag mit einem Stand vor Ort, andere kamen nur zur Networking-Veranstaltung. Das ist ganz flexibel.“
Die Teilnahmekosten sind relativ gering – das Radboudumc übernimmt den größten Teil der Organisationskosten selbst, einschließlich der Verpflegung.
De Visser: „Für Unternehmen ist es eine Chance, sich einem einzigartigen Publikum aus hochqualifizierten, motivierten Fachkräften zu präsentieren.“
Nächste Ausgabe: 31. Oktober 2025
Die zweite Ausgabe des Career Day findet am 31. Oktober 2025 im Experience Center des Radboudumc statt – einem schönen Veranstaltungsort mitten im wissenschaftlichen Zentrum von Nijmegen, auf dem Campus Heyendaal.
Das Programm besteht erneut aus inspirierenden Keynotes, praxisorientierten Workshops und einer interaktiven Unternehmensmesse. „Wir sorgen auch für Vielfalt im Programm“, sagt Gurbanova. „Letztes Jahr waren viele Biotech-Unternehmen vertreten; dieses Jahr möchten wir beispielsweise auch NGOs, Beratungsunternehmen und staatliche Organisationen einbeziehen.“
Mitmachen? Unternehmen sind willkommen
Für Unternehmen aus den Bereichen Medizin, Biotechnologie oder verwandten Branchen bietet das Radboudumc Career Event die Gelegenheit, mit Spitzenkräften in Kontakt zu treten.
Darüber hinaus bietet die Veranstaltung auch die Gelegenheit, sich mit anderen Unternehmen und Einrichtungen zu vernetzen.
Mehr Informationen unter
Sind Sie als Unternehmen an einer Teilnahme interessiert?
Dann können Sie sich an die Organisation wenden, um das Sponsorenpaket und eine aktuelle Programmübersicht zu erhalten. Auf der Website des Career Events finden Sie außerdem Beispiele früherer Referenten und Workshops.


