Mit Kreativität, Präzision und technischem Verständnis entwirft dieser CAD-Zeichner des ROC Nijmegen die Maschinen von morgen.
Jeder sieht letztendlich die Maschine. Guus Kramer (20) sieht vor allem das, was davor liegt.
Ein leerer Bildschirm. Eine Idee. Eine Skizze. Noch eine Skizze. Zögern. Verbessern. Von vorne beginnen. Erst wenn alles stimmt, darf der Computer an die Arbeit gehen.
„Wenn man es nicht gut durchdacht hat, funktioniert es letztendlich auch nicht.“
Für den Studenten des Studiengangs Technisches Ingenieurwesen am ROC Nijmegen ist Präzision kein Detail, sondern der Anfang von allem. Als CAD-Zeichner setzt er Ideen in digitale Entwürfe um, die letztendlich die Grundlage für Maschinen und technische Anlagen bilden. Mit dieser Kombination aus technischem Verständnis, Kreativität und Genauigkeit vertritt er das Team Netherlands bei den WorldSkills 2026 in Shanghai.
In einer Welt voller intelligenter Software bleibt laut Guus eines unersetzlich: das menschliche Gehirn.

Guus (rechts) mit seinem Betreuer Matthijs (links) in der Werkstatt des ROC Nijmegen
Mehr als nur eine Zeichnung
Als Kind beschäftigte sich Guus am liebsten mit dem Basteln. Doch bevor er etwas in Angriff nahm, wollte er sich zunächst überlegen, wie es funktionieren würde. Daran hat sich eigentlich nie etwas geändert. Nur sind die Projekte größer geworden.
„Ich hatte Spaß daran, Dinge zu erschaffen und mir etwas auszudenken“, erzählt er. Als er sich nach einer weiterführenden Ausbildung umschaute, stellte sich heraus, dass der Studiengang „Technisches Ingenieurwesen“ am ROC Nijmegen genau zu dieser Neugier passte.
Wer „CAD-Zeichner“ hört, denkt vielleicht an jemanden, der den ganzen Tag vor einem Computerbildschirm sitzt und Linien zeichnet. Laut Guus könnte dieses Bild nicht weiter von der Realität entfernt sein.
„Man zeichnet nicht nur“, erklärt er. „Man denkt vor allem nach.“
Bevor auch nur eine einzige Linie auf dem Bildschirm erscheint, muss zunächst klar sein, welches Problem eine Maschine lösen soll. Danach beginnt die Konstruktionsphase. Zuerst werden Skizzen angefertigt, dann ein 3D-Modell erstellt und schließlich überprüft, ob alles tatsächlich funktioniert. Erst danach kann eine Maschine gebaut werden.
Genau dieser Prozess gefällt Guus an seinem Beruf am besten. Etwas zu entwickeln, das es zuvor noch nicht gab. Schritt für Schritt an einer Lösung zu arbeiten. Und schließlich zu sehen, wie eine Idee Wirklichkeit wird.
„Darauf ist man doch schon stolz.“
Intelligente Software erfordert intelligente Menschen
Die Technologie entwickelt sich rasant weiter. Auch Guus arbeitet täglich mit modernster Software und nutzt KI als Hilfsmittel. Dennoch sieht er Technologie nicht als Ersatz für seine Arbeit.
Ganz im Gegenteil. „Der Computer kann sehr gut rechnen“, erklärt er. „Aber das Design muss man selbst entwickeln.“
Laut Guus liegt genau darin die Stärke eines Ingenieurs. Ein Computer kann zwar Berechnungen durchführen, versteht aber nicht, warum eine Maschine gebaut werden muss oder welche Lösung in der Praxis am besten funktioniert. Das erfordert Kreativität, technisches Verständnis und die Fähigkeit, über das hinauszuschauen, was Software berechnen kann.
Genau deshalb bleibt der Mensch in einer zunehmend digitalisierten Welt unverzichtbar.

Jeder Millimeter zählt
Diese Kombination aus Technik und Präzision wird sich bald auch bei den WorldSkills in Shanghai zeigen. Vier Tage lang wird Guus jeden Tag eine neue Aufgabe gestellt. Mal entwirft er eine komplette Maschine, ein anderes Mal muss er mit einem 3D-Scanner ein vorhandenes Bauteil digital rekonstruieren. Die Zeit ist begrenzt, und jedes Detail zählt.
„Man kann sehr lange daran arbeiten, ein einzelnes Teil perfekt zu machen“, erzählt er. „Aber manchmal ist es klüger, vier Teile gut fertigzustellen, als ein einziges Teil vollkommen perfekt zu machen.“
Während der Vorbereitung ist Guus nicht auf sich allein gestellt. Gemeinsam mit seinen Betreuern Matthijs van Vliet und Gert Jan van den Berg verfeinert er kontinuierlich seine technischen Fähigkeiten und seine Wettkampfstrategie. Wann arbeitet man etwas bis zur Perfektion aus? Wann geht man stattdessen einen Schritt weiter? Genau diese Entscheidungen können bei den WorldSkills den Ausschlag geben. Außerdem lernt er viel von dem Experten Gerben Zwart, der selbst bereits an den WorldSkills teilgenommen hat und seine Erfahrungen gerne weitergibt.
Einfach weitermachen
Wer mit Guus spricht, merkt schnell, dass er lieber über seine Arbeit als über sich selbst spricht. Auch wenn er über die Zukunft spricht, bleibt er bescheiden.
In fünf Jahren hofft er, weiterhin denselben schönen Beruf auszuüben wie heute, am liebsten bei RAM Engineering, wo er bereits arbeitet und viel praktische Erfahrung sammelt.
Sein Rat an junge Menschen, die sich nicht sicher sind, ob sie eine technische Ausbildung absolvieren sollen, ist ebenso nüchtern.
„Probier es einfach aus. Gestalte Dinge. Denk gut nach, aber fang manchmal auch einfach an. Letztendlich lernt man am meisten, indem man selbst aktiv wird.“ Vielleicht ist das die schönste Lektion aus seiner Geschichte.
Hinter jeder intelligenten Maschine, jeder technischen Meisterleistung und jeder innovativen Lösung steht letztendlich jemand, der einst mit einem leeren Bildschirm und einer guten Idee angefangen hat.
Genau deshalb sind technische Talente für Lifeport Region Arnheim-Nimwegen unverzichtbar. Die Innovationen der Zukunft entstehen nicht von selbst. Sie beginnen bei neugierigen Fachkräften wie Guus, die es wagen, erst nachzudenken, bevor sie handeln.
Und genau dort beginnt die Technik von morgen.
Lifeport-Vereinbarung zum Humankapital
Die Geschichte von Guus verdeutlicht, wofür das Lifeport-Human-Capital-Abkommen steht. Bildungseinrichtungen und Unternehmer arbeiten darin gemeinsam daran, gut ausgebildete Fachkräfte für die Herausforderungen von morgen heranzubilden. Indem Talente frühzeitig erkannt, junge Menschen gefordert und Bildung sowie Wirtschaft eng miteinander verbunden werden, entsteht eine Region, in der sich Menschen entfalten können und Unternehmen weiterhin innovativ sein können.
Weitere Informationen zum Lifeport-Human-Capital-Abkommen finden Sie unter: Human-Capital-Abkommen.


