Es ist nicht vielen Menschen bekannt, aber die Region Arnheim-Nimwegen ist die zweitgrößte Halbleiterregion der Niederlande. Hier wird auf globaler Ebene mitgeredet.
Ein Beispiel? Weltweit rollt kein einziges Auto ohne Chips aus Nijmegen vom Band.
Um diesen Sektor bekannter zu machen und über die Zukunft zu sprechen, organisiert Lifeport am 27. Januar 2026 das „Lifeport Semicon Event26“ im Goffertstadion in Nijmegen.
Darüber hinaus hat Lifeport einen Plan auf den Weg gebracht, mit dem zunächst 2.500 und in den kommenden Jahren insgesamt 6.000 Talente angezogen werden sollen.
Über diese und andere Themen sprechen wir mit Alexandra van Huffelen (Vorsitzende des Verwaltungsrats der Radboud-Universität und Vorsitzende des Economic Board der Region Arnheim-Nimwegen), Doeco Terpstra (Geschäftsführer von NXP Semiconductors Nederland), Rob Verhofstad (Vorsitzender des Verwaltungsrats der HAN University of Applied Sciences) und Peter van Mulkom (Vorsitzender des Verwaltungsrats des ROC Nijmegen).
Die Region Arnheim-Nimwegen erhält einen kräftigen Impuls bei der Förderung technischer Talente für die Halbleiterindustrie. Die niederländische Regierung hat kürzlich 2 Millionen Euro für die Umsetzung des „Lifeport Semicon Talentplan“ bewilligt – als ersten Schritt eines Gesamtbudgets von 6 Millionen Euro für die Region. Mit dieser Investition unternimmt Lifeport einen entscheidenden Schritt bei der Ausbildung, Gewinnung und Bindung von Talenten für den Halbleitercluster.
Dreifache Helix: Unternehmen, Bildung und Regierung
Der Talentplan wurde in enger Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Behörden entwickelt, erklärt Van Huffelen. „Er konzentriert sich auf innovative Bildung, praxisorientierte Lernerfahrungen durch Challenge-Based Learning und die Stärkung des regionalen Ökosystems, um Talente nicht nur auszubilden, sondern auch in der Region zu halten.“
Der Plan richtet sich nicht nur an Nachwuchstalente, sondern sieht auch Weiter- und Umschulungen vor, um Quereinsteigern und Menschen mit Abstand zum Arbeitsmarkt Chancen zu bieten.
Enge Zusammenarbeit
Mit dem Talentplan entsteht ausdrücklich keine Kunden-Lieferanten-Beziehung zwischen Bildungseinrichtungen und der Wirtschaft, betont Verhofstad. „Wir betrachten gemeinsam mit den Beteiligten aus allen Bereichen die Herausforderungen, vor denen wir stehen, und überlegen, wie wir sie lösen können. Das müssen wir gemeinsam tun, denn jeder für sich allein schafft es nicht.“
Van Mulkom ergänzt: „Die Wirtschaft braucht die Menschen, die wir ausbilden, aber wir als Bildungseinrichtung benötigen wiederum das Wissen und die Erfahrung aus der Wirtschaft, um relevante Ausbildungsgänge anbieten zu können. Gemeinsam schaffen wir ein hybrides Lernumfeld, von dem wir alle profitieren.“
Mit seiner Sichtweise aus der Unternehmensperspektive fügt Terpstra hinzu: „Man geht oft davon aus, dass die Halbleiterbranche nur Akademikern Arbeit bietet, doch vierzig Prozent der Mitarbeiter verfügen über eine praxisorientierte Ausbildung. Wir brauchen also Talente aus dem gesamten Bildungsspektrum: von der berufsbildenden Sekundarstufe (MBO) über die Fachhochschule (HBO) bis hin zur Universität (WO).“
Sie muss international sein
Es wird noch eine große Herausforderung sein, bis 2030 insgesamt 6.000 Talente (junge Menschen sowie Weiter- oder Umschüler) zu gewinnen, aber Van Huffelen, Terpstra, Verhofstad und Van Mulkom sind überzeugt, dass dies machbar ist. Allerdings weisen sie darauf hin, dass dies nur gelingen kann, wenn man eine internationale Perspektive einnimmt.
Van Huffelen: „An der Universität sorgen wir für eine möglichst international ausgerichtete Ausbildung. Aber auch in der Forschung spielen wir auf globaler Ebene eine Rolle. Und das muss auch so sein, denn der Talentplan kann nur gelingen, wenn wir uns auch auf internationale Studierende konzentrieren. Dazu müssen die Kürzungen im Bildungsbereich und die internationalen Beschränkungen rückgängig gemacht werden. Wenn das nicht geschieht, wird es sehr schwierig.“
Dass es sich um eine internationale Angelegenheit handelt, sieht auch Terpstra in seinem täglichen Umfeld. „Bei NXP beschäftige ich insgesamt 65 Nationalitäten. Und angesichts des Fachkräftemangels auf dem Arbeitsmarkt ist das auch gar nicht anders möglich. Wenn man diese internationale Ausrichtung aufgibt, reißt man eine große Lücke in die Erfolgsgrundlage des Talentplans.“
Semicon-Veranstaltung
Eine Möglichkeit für Nachwuchstalente, die Halbleiterbranche in dieser Region kennenzulernen, ist das Lifeport Semicon Event am 27. Januar 2026 im Goffertstadion in Nijmegen. Eine groß angelegte Veranstaltung, bei der sich die gesamte Region präsentiert. Übrigens nicht nur für Nachwuchstalente, sondern auch für regionale sowie (inter)nationale Partner, Interessengruppen und Kollegen.
Van Mulkom: „Mit dieser Veranstaltung beleuchten wir die rasanten Entwicklungen in der Halbleiterindustrie und bieten eine Plattform, um die neuesten Anwendungen zu entdecken, Partner aus den Bereichen Produktion und F&E zu treffen und Wissen über den Ausbau von Kompetenzen und Innovationen in Europa auszutauschen.“
Die Region auf der Karte
Zu den Themen gehören unter anderem Chipdesign und -fertigung, Ausrüstung sowie Talentförderung; alle Glieder der Wertschöpfungskette kommen an einem Ort zusammen.
Terpstra: „Alle Akteure in der Region Arnheim-Nimwegen, die im Halbleitersektor tätig sind, machen mit. Und das sind ziemlich viele. So gibt es beispielsweise Dutzende größerer und kleinerer Unternehmen, die in irgendeiner Weise einen Beitrag zu den Chips aus dieser Region leisten. Sie alle beteiligen sich am Lifeport Semicon Event.“
Diese Dutzenden von Unternehmen beschäftigen insgesamt sieben- bis achttausend Mitarbeiter und erzielen einen Jahresumsatz von rund 3 Milliarden Euro. Verhofstad: „Wir spielen in dieser Region eine bedeutende Rolle. Und mit dieser landesweiten Veranstaltung wollen wir dies noch stärker in den Vordergrund rücken. Wir machen die Region bekannt und zeigen, dass wir stolz darauf sein können, was wir hier leisten.“
Verstärken und ausbauen
Die Aufmerksamkeit, die diese Veranstaltung für die Region generiert, soll auch dazu dienen, die Halbleiterbranche zu stärken und auszubauen, erklärt Van Huffelen. „Es ist schön zu zeigen, was wir zu bieten haben, aber wir wollen noch einen Schritt weiter gehen. Zum Beispiel in den Bereichen Verpackung, intelligentere Chips und Integration in Robotik und KI. So fördern wir nicht nur die Branche, sondern geben auch der Beschäftigung in der Region Arnheim-Nimwegen neue Impulse. Und hier kommt dann wiederum der Talentplan ins Spiel.“
Van Mulkom: „Auf diese Weise greift alles ineinander, und wir stärken gemeinsam die Region im Allgemeinen und die Halbleiterbranche im Besonderen.“
Mehr Informationen unter
Lifeport Semicon-Talentplan
Lifeport Semicon-Veranstaltung am 27. Januar 2026 im Goffertstadion


