Lifeport Cool Lab ist ein Projekt im Rahmen des Regio-Deal „Gesundes grünes Wachstum“. Fünf Gemeinden und die Fachhochschule HAN untersuchen gemeinsam, welche Maßnahmen im öffentlichen Raum am besten gegen den zunehmenden Hitzestress wirken und wie man die Bewohner dabei am besten einbeziehen kann.
Gerd-Jan Oud ist Politikreferent und Dozent am Zentrum für multiple Wertschöpfung an der HAN und verfügt über einen architektonischen Hintergrund. Als federführender Projektleiter des Labs erläutert er anhand von Beispielen, wie diese Forschung zur Kühlung voranschreitet.

Der Mosterdhof in Westervoort
Oud beginnt, von einem Wohnviertel aus den 1970er Jahren in Westervoort zu erzählen: Mosterdhof. „Dieses Viertel war bereits recht grün gestaltet. Die Bewohner waren in die Planungen eingebunden, und sie haben vor allem die Innenhöfe begrünt. Die Bewohner durften dafür Ideen einreichen, die dann gemeinsam mit einem Planungsbüro ausgearbeitet wurden. Unsere Studierenden haben mögliche ergänzende Begrünungsmaßnahmen geprüft. So kamen sie auf die Idee einer begrünten Stadtpergola als schattigen Treffpunkt.
Was wir nun weiter untersuchen werden, ist, wie dieser Beteiligungsprozess mit den Bürgern verlaufen ist. Was können wir daraus lernen? Wie kann eine Gemeinde so etwas besser begleiten? Welche Initiativen muss man ergreifen und welche sollte man besser den Bürgern überlassen? Diese Art von Fragen spielt in all unseren Projekten eine Rolle.“

Wissen teilen
Das Projekt „Lifeport Cool Lab“ ist nämlich als fortlaufender Prozess des Wissensaustauschs konzipiert, um Erfahrungen auszutauschen. Anfang Februar findet in Westervoort ein erstes Treffen mit den teilnehmenden Gemeinden und Forschern statt, um dieses erste Pilotprojekt zu bewerten.
Wie verlief dieser Beteiligungsprozess und wie sah es mit der Planung und der technischen Umsetzung aus? Und welche Tipps haben die besuchenden Gemeinden? Die Gruppe wird auch durch das Viertel spazieren, um sich anzusehen, wie es geworden ist.
Dieses Projekt ist grundsätzlich für und von den Gemeinden der Grünen Metropolregion konzipiert. Oud ist jedoch auch Teil einer Studie der „Klimaatonderzoek Initiatief Nederland“ (KIN) der NWO. Dabei handelt es sich um ein landesweites Netzwerk, das sich ebenfalls mit dieser Thematik befasst. Die Ergebnisse werden auch in diesem Netzwerk geteilt und erhalten dadurch eine größere Reichweite.
Croydonplein in Arnheim
Oud fährt fort: „Und ich arbeite derzeit mit einer Gruppe von Studierenden in Arnheim zusammen. Dabei geht es um die Begrünung des Croydonplein. Das ist ein gepflasterter Platz, der zumCroydonparkpleinwerden soll. Die Entwürfe wurden in Absprache mit den Anwohnern erstellt.
Die Studierenden führen derzeit eine partizipative Untersuchung mit dem ‚Leefplekmeter‘ durch. Mit diesem Untersuchungsinstrument (einem Fragebogen) lässt sich erfassen, wie die Bewohner ihr Lebensumfeld bewerten. Dabei werden Aspekte wie Mobilität, Grünflächen, Infrastruktur usw. berücksichtigt. Dies ist die sogenannte Nullmessung, und in drei Jahren, wenn das Projekt umgesetzt und der Platz begrünt ist, werden wir erneut eine Messung durchführen. Daraus soll sich zeigen, ob die Menschen ihr Lebensumfeld nach der Begrünung positiver bewerten.“
Teilnahme
Für Kommunen ist es eine Herausforderung, Information und Bürgerbeteiligung zu gestalten. Es gibt zwar bewährte Methoden dafür, aber die Kunst besteht darin, keine zu hohen Erwartungen zu wecken. Sich an einer Diskussion zu beteiligen, bedeutet nicht immer, dass sich die eigene Idee auch in den Plänen widerspiegelt. Doch aufgrund der neuen Bestimmungen im Umweltgesetz müssen die Kommunen die Bürger stärker einbeziehen.
„Das ist also durchaus ein wichtiger Punkt. Vor allem bei solchen Transformationsprojekten, bei denen es sich um sehr komplexe Aufgaben handelt. Daher können die Kommunen bei den entsprechenden Beteiligungsverfahren noch einiges voneinander lernen – was funktioniert und was nicht.“
Grüner Korridor in Nijmegen
Oud nennt ein weiteres Beispiel: "Außerdem werden wir im Februar 2025 mit der Arbeit am Green Corridor in Nijmegen beginnen. Diese Studie wird ebenfalls sechs Monate dauern und ist eigentlich eher eine Partizipationsstudie. Wir wollen uns gemeinsam mit den Anwohnern die Pläne für diese Begrünung ansehen und prüfen, wie sie diese beeinflussen können. Dann schauen wir uns an, wie die Beteiligung der Anwohner in der Praxis funktioniert, was wir daraus lernen können, was gut läuft und was nicht."
Fahrplan
Anschließend soll geprüft werden, wie Kommunen eine Art Fahrplan oder Roadmap, einschließlich eines Kommunikationsplans, erstellen und in nachfolgenden Projekten nutzen können.
Herveld und Andelst
Auch in Herveld und Andelst in der Gemeinde Overbetuwe arbeitet Oud mit Studierenden zusammen. Unsere Studierenden haben sich nun einen Beteiligungsplan der Gemeinde angesehen. Wie könnte man das gemeinsam mit den Anwohnern umsetzen? Wie könnte man diese Kommunikation gestalten? Wie könnte man die Anwohner in das Projekt einbeziehen? Dieser Beteiligungsprozess muss also dort in der Gemeinde erst noch in Gang gesetzt werden.
Und bald wird es eine Folgegruppe geben, die sich mit einigen praktischen Aspekten befassen wird, zum Beispiel im Rahmen einer „Nachbarschaftssafari“, bei der sie gemeinsam mit den Anwohnern verschiedene Orte im Stadtteil besichtigen, um so Ideen zu entwickeln.“
Multidisziplinär
„Bei uns ist der Hintergrund der Studierenden sehr unterschiedlich. Manchmal haben sie einen finanzwirtschaftlichen Hintergrund, manchmal kommen Studierende von der Van Hall Larenstein, manchmal Menschen mit einem technischen Profil. Oder wir bekommen auch regelmäßig Studierende aus dem Bereich Food & Business.
Sie arbeiten in einem sogenannten ‚Rode Draad‘-Projekt. Dabei arbeiten etwa vier Studierende mit unterschiedlichem Hintergrund in gemischten Teams zusammen. Die Idee ist, dass sie ein Problem aus mehreren Perspektiven angehen. Es ist multidisziplinär. Und dass sie aus dieser Perspektive auch die vielfältige Wertschöpfung betrachten.“
Auch die Dozenten kommen aus verschiedenen Fachbereichen. An dem Projekt sind mehrere Forscher beteiligt, zum Beispiel ein Dozent aus dem Sozialbereich, der es gewohnt ist, solche partizipativen Projekte in Stadtvierteln und Wohngebieten durchzuführen. Darüber hinaus gibt es Dozenten aus dem Bereich Wirtschaftskommunikation, also Kommunikationsspezialisten. Sie befassen sich insbesondere mit der Kommunikationsseite und dem Fahrplan und sind es zudem gewohnt, Kommunen in solchen Angelegenheiten zu beraten. Natürlich sind auch Dozenten vom Zentrum für multiple Wertschöpfung an der HAN beteiligt, die sich mit der Kreislaufwirtschaft auskennen.
Das Projekt Lifeport Cool Lab
Zielsetzung
Verringerung von Hitzestress.
Förderer
Gerd-Jan Oud, Zentrum für mehrfache Wertschöpfung HAN. Er ist seit fast zwei Jahren mit der Vorbereitung und Einrichtung beschäftigt. Er ist für die Bewertung von Rechenschaftspflicht und staatlichen Beihilfen zuständig.
Finanzierung
Die Hälfte der Finanzierung kommt von der Regierung, die Entscheidung ist gefallen, und die andere Hälfte wird von den Teilnehmern kofinanziert.
Teilnehmer
Fünf Gemeinden: Arnheim, Nimwegen, Heumen (Malden), Overbetuwe, Westervoort.
Ausbilder: HAN.
Teilprojekte
An fünf Standorten testen Forscher und Studenten der HAN verschiedene Klimaanpassungen bzw. grüne Maßnahmen.
1 Arnheim
2 Nijmegen, Grüner Korridor
3 Malden (Gemeinde Heumen), Kerkplein
4 Herveld und Andelst (Gemeinde Overbetuwe)
5 Westervoort, Mosterdhof
6 Das sechste Teilprojekt betrifft die Sammlung und Weitergabe der gewonnenen Erkenntnisse.


