Wie stellt man sicher, dass zukünftige Ingenieure für eine Welt gerüstet sind, in der sich die Technologie rasant weiterentwickelt? Nach Ansicht von Milence und der HAN University of Applied Sciences beginnt dies nicht nur in den Hörsälen, sondern gerade in der Praxis. Deshalb arbeiten beide Organisationen gemeinsam an Projekten, die Studierende auf die Energiewende vorbereiten und Unternehmen bei der Innovation unterstützen.
Milence, gegründet von Daimler Truck, der TRATON GROUP und der Volvo Group, baut ein europäisches Ladenetzwerk für Elektro-Lkw und -Busse auf. Hinter einem solchen Ladehub verbirgt sich eine komplexe Kombination aus Hardware, Software, Energiesystemen und intelligenter Technologie. Gerade diese Praxis bietet den Studierenden der HAN ein anspruchsvolles Lernumfeld.
Lernen anhand realer Problemstellungen
Seit Februar arbeiten technische Studierende der HAN University of Applied Sciences an verschiedenen Projekten für Milence. Dabei geht es nicht um fiktive Fallbeispiele, sondern um Fragestellungen, die direkt aus der Praxis stammen.
Projektleiter Iwan van Bochove sieht darin einen großen Mehrwert. „Unser Standort im Cleantech Park ist eine hybride Lern- und Arbeitsumgebung, in der Studierende an Projekten arbeiten, die direkt aus der Wirtschaft stammen.“
Seiner Meinung nach ist dies unerlässlich, da sich technologische Entwicklungen immer schneller ablösen.
„Was heute in den Lehrbüchern steht, ist morgen sozusagen schon wieder veraltet. Die Entwicklungen schreiten so schnell voran, dass das Bildungswesen kaum noch Schritt halten kann.“
Studierende bringen neue Perspektiven ein
Für Milence ist die Zusammenarbeit mindestens ebenso wertvoll. Eirini Kostelidou, Charging Technology Product Specialist, arbeitet an der Entwicklung der Ladeinfrastruktur und erkennt, wie Studierende neue Perspektiven eröffnen.
„Neue Ingenieure helfen dabei zu verstehen, worum es bei Mobilität geht und welche Herausforderungen damit verbunden sind. Das hilft ihnen und uns. Studierende betrachten die Dinge mit einem frischen Blick und kommen manchmal auf Ideen, an die wir selbst noch gar nicht gedacht haben.“
Gerade diese Wechselwirkung macht die Zusammenarbeit interessant. Studierende sammeln praktische Erfahrungen, während Milence von neuen Erkenntnissen profitiert.
Von der Theorie zur Praxis
Laut Eirini ist Praxiserfahrung für jeden Ingenieur unverzichtbar.
„Als Ingenieur muss man Dinge entwerfen, aber man muss auch über die Theorie hinausdenken. Letztendlich entwickelt man etwas für ein echtes Unternehmen. Also: Bau es selbst, teste es selbst und schau, ob du dein Wissen richtig angewendet hast.“
Auch die Vielfalt innerhalb der Studententeams zahlt sich ihrer Meinung nach sehr aus.
„Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen betrachten dasselbe Problem auf unterschiedliche Weise. Durch das Zusammenführen verschiedener Perspektiven entstehen oft bessere Lösungen.“
Investition in die Ingenieure von morgen
Die Zusammenarbeit bringt beiden Organisationen große Vorteile. Die Studierenden erhalten einen realistischen Einblick in die Praxis und bauen bereits während ihrer Ausbildung ein berufliches Netzwerk auf. Für Milence bietet die Zusammenarbeit die Chance, frühzeitig mit technischen Talenten in Kontakt zu treten.
„Durch die Zusammenarbeit lernen sich Studierende und das Unternehmen bereits kennen“, sagt Eirini. „Dadurch wird der Schritt zu einer Abschlussarbeit oder sogar zu einer Anstellung viel kleiner.“
Auch Iwan blickt zufrieden auf die ersten Projekte zurück.
„Ich bin stolz darauf, wie die Zusammenarbeit verläuft. Natürlich läuft nicht alles perfekt; das gehört dazu. Aber es bringt unseren Studierenden und Milence unglaublich viel.“
Eirini schließt sich dem an. „Wir sind stolz darauf, dass wir als Unternehmen eine aktive Rolle bei der Energiewende und bei der Ausbildung zukünftiger Ingenieure spielen.“
Gemeinsam an der Zukunft bauen
Die Zusammenarbeit zwischen der HAN University of Applied Sciences und Milence zeigt, wie sich Bildung und Wirtschaft gegenseitig stärken können. Studierende entwickeln ihre Talente anhand aktueller Fragestellungen, während Unternehmen von neuem Wissen und frischen Ideen profitieren. So entsteht ein Lernumfeld, in dem Innovation, Talentförderung und die Energiewende Hand in Hand gehen.
Möchten Sie mehr über die Zusammenarbeit mit der HAN University of Applied Sciences erfahren? Besuchen Sie www.han.nl/samenwerken oder wenden Sie sich an Cecile de Boer unter cecile.deboer@han.nl.
Dieser Artikel erschien ursprünglich in der Zeitschrift „Kijk op Arnhem-Nijmegen“ und wurde für diese Website in eine gekürzte Online-Version überarbeitet.

