Manche Menschen träumen davon, später einmal die Welt zu bereisen. Linn Kappen (18) hat ein anderes Ziel vor Augen: Menschen zu entspannen, ihnen Selbstvertrauen zu geben und eines Tages ihren eigenen Kosmetiksalon zu eröffnen. Doch bevor dieser Traum Wirklichkeit wird, steht zunächst ein Abenteuer von weltweiter Bedeutung an. Im September wird Linn, Auszubildende zur Allround-Kosmetikerin am ROC Nijmegen, im Namen von Team Netherlands auf der Weltbühne der WorldSkills in Shanghai stehen.
Der Weg dorthin gleicht alles andere als einer entspannten Schönheitsbehandlung. Massagetechniken üben, bis sie in Fleisch und Blut übergehen. Trainingstage voller Technik und Präzision. Ein Eisbad, um den Umgang mit Anspannung zu lernen. Und zwischendurch einfach Praktika absolvieren, arbeiten und weiterhin vom eigenen Salon träumen.
Für Linn ist das die selbstverständlichste Sache der Welt. Sie möchte sich ständig weiterentwickeln und jeden Aspekt ihres Fachs bis ins kleinste Detail beherrschen. Nicht nur, um in Shanghai gute Leistungen zu erbringen, sondern vor allem, weil sie Menschen dazu verhelfen möchte, sich zu entspannen, zu strahlen und mit mehr Selbstvertrauen aus dem Salon zu gehen.
Und nein, in ihrem Beruf geht es wirklich nicht nur um Mascara, Nägel und schöne Augenbrauen.
„Viele Menschen denken, dass Kosmetikerinnen sich hauptsächlich mit Wimpern oder Make-up beschäftigen“, erzählt Linn lachend. „Aber dahinter steckt so viel mehr. Man lernt alles über die Haut, Gesundheit, Techniken und wie man jemandem wirklich ein gutes Gefühl vermittelt.“
Letzteres ist vielleicht sogar ihre größte Stärke.

Lynn Kappen mit ihrer Betreuerin Nellie van Steenbergen
Mehr als nur eine Behandlung
Wer bei Linn auf dem Behandlungsliege liegt, erlebt keine Fließbandarbeit. Keine Eile. Keine tickende Uhr. Ganz im Gegenteil.
„Ich finde es wichtig, dass die Menschen spüren, dass ich mir wirklich Zeit für sie nehme. Ganz gleich, ob jemand für eine Massage oder eine Gesichtsbehandlung kommt: Man möchte, dass die Person vollkommen entspannt nach Hause geht.“
Genau deshalb liebt sie ihren Beruf so sehr. Es geht nicht nur darum, Menschen schöner zu machen, sondern vor allem darum, ihnen ein besseres Gefühl zu geben.
„Wenn jemand nach einer Behandlung wieder strahlt oder nach einer Massage weniger Beschwerden hat … das gibt mir wirklich Energie.“
Linn auf der Bühne beim WorldSkills-Finale in den Niederlanden
Vom Tag der offenen Tür auf die Weltbühne
Als Kind dachte Linn noch, sie würde Friseurin werden, genau wie ihre Mutter. Bis sie bei einem Tag der offenen Tür am ROC Nijmegen die Ausbildung zur Allround-Kosmetikerin kennenlernte.
„Da wusste ich eigentlich sofort: Das ist es.“
Seitdem macht Linn rasante Fortschritte in ihrem Beruf. Mittlerweile bereitet sie sich auf die WorldSkills vor, wo sie in allen Bereichen geprüft wird, die ihren Beruf so vielseitig machen: Massagen, Gesichtsbehandlungen, Enthaarung, Make-up, Nagelpflege und vieles mehr.
Die Vorbereitung ist intensiv. Gemeinsam mit ihren Betreuern und der Expertin Nellie van Steenbergen, die als Skills-Koordinatorin am ROC Nijmegen tätig ist, arbeitet sie an jedem Detail: von Technik und Fachwissen bis hin zu Auftreten, Timing und Selbstvertrauen. Massagetechniken werden endlos geübt, anatomische Kenntnisse aufgefrischt, und sogar ein Eisbad gehörte zur Vorbereitung. „Wir trainieren wirklich das gesamte Spektrum“, erzählt Linn. „Dadurch reise ich mit immer größerem Selbstvertrauen nach Shanghai.“
Träume mit einem Businessplan
Wenn man Linn fragt, wo sie in fünf Jahren stehen wird, muss sie keine Sekunde nachdenken. „Mein eigener Kosmetiksalon.“
Dieser Traum ist näher, als man vielleicht denkt. Zu Hause wird bereits an den Räumlichkeiten gebaut, in denen ihr Salon entstehen soll. Kein Luftschloss also, sondern ein Traum mit einem soliden Fundament.
Für Linn bedeutet Unternehmertum viel mehr als nur Behandlungen durchzuführen. Es bedeutet, kreativ zu sein, ständig dazuzulernen und ihren eigenen Stil zu entwickeln. Inspiration für ihren Salon holt sie sich überallher: auf Pinterest, TikTok und Instagram. Nicht, um Trends blind zu übernehmen, sondern um ihnen ihre eigene Note zu verleihen.
„Man möchte die Menschen mit ihrem Erlebnis während der Behandlung überraschen. Und dazu gehört natürlich auch, dass man seinen Salon mit Atmosphäre und Einrichtung ansprechend präsentiert.“
Linn zeigt, was die Region Arnheim-Nimwegen hervorbringt: eine neue Generation von Fachkräften, die ihr Handwerk beherrschen und den Mut zum unternehmerischen Handeln haben. Genau diese Kombination aus Fachkompetenz, Ehrgeiz und Unternehmergeist macht die Region stark und zukunftsfähig.
Linn bei der Behandlung im Salon
Einfach machen
Für Studierende, die sich nicht sicher sind, ob sie eine Ausbildung in der Kosmetikbranche beginnen sollen, hat Linn einen einfachen Rat.
„Besuchen Sie doch einmal einen Tag der offenen Tür. Oder schauen Sie einen Tag lang über die Schulter. Der Beruf ist viel vielfältiger, als die Leute denken.“
Und vielleicht passt sie gerade deshalb so gut zu WorldSkills. Nicht nur, weil sie technisch versiert ist, sondern weil sie zeigt, worum es bei handwerklichem Können wirklich geht. Aufmerksamkeit, Ruhe und die Überzeugung, dass eine Behandlung erst dann erfolgreich ist, wenn jemand etwas glücklicher hinausgeht, als er oder sie hereingekommen ist.
Lifeport-Vereinbarung zum Humankapital
Die Geschichte von Linn verdeutlicht, wofür das „Lifeport Human Capital Akkoord“ steht. Bildungseinrichtungen und Unternehmer arbeiten darin gemeinsam daran, gut ausgebildete Fachkräfte für die Herausforderungen von morgen heranzubilden. Indem Talente frühzeitig erkannt, junge Menschen herausgefordert und Bildung sowie Wirtschaft eng miteinander verbunden werden, entsteht eine Region, in der sich Menschen entfalten können und Unternehmen weiterhin innovativ sein können.
Weitere Informationen zum Lifeport-Human-Capital-Abkommen finden Sie unter: Human-Capital-Abkommen.


