Die Energiewende ist ein dringendes und komplexes Thema, aber laut Ruth Klein Witkam, Direktorin für Energie beim Team Humankapital des Economic Board, gibt es einen unverzichtbaren Faktor: die Menschen. "Wir werden bald 15.000 zusätzliche Menschen brauchen, um die Energiewende zu realisieren - und das allein in unserer Region", ist sie überzeugt. Ruth arbeitet leidenschaftlich daran, Bildung, Regierung und Wirtschaft miteinander zu verbinden, um die richtigen Talente an die richtigen Stellen zu bringen. "Denn ohne Menschen bleibt jede Vision eine leere Hülle", sagt Ruth.

Ruth Klein-Witkam
Praktischer Ansatz
Ruth hat vor etwa zweieinhalb Jahren beim Economic Board angefangen. Seitdem ist das Humankapitalteam erheblich gewachsen, um die verschiedenen komplexen Herausforderungen des Arbeitsmarktes im Lifeport Regio Arnhem Nijmegen zu bewältigen. Sie arbeitet unter anderem mit Unternehmen wie Alliander, TenneT, IT-Unternehmen, SEECE, der HAN und ROC Nijmegen zusammen.
"Unsere Region ist stark in Innovationen zur Netzverstärkung, Energieeinsparung und Wasserstoffforschung", sagt Ruth. "Aber um diese Stärke zu nutzen, brauchen wir Menschen. IT-Leute, Ingenieure, aber auch Handwerker, die im wahrsten Sinne des Wortes die Kabel verlegen und die Trafohäuser bauen."
Ruth arbeitet daher mit einem Team an einem Talentplan für den Energiesektor, der im Herbst fertig sein soll. "Das Ziel ist nicht nur, Menschen anzuziehen, sondern sie auch zu halten, weiterzuentwickeln und weiterzubilden", sagt sie. "So können wir hier Lösungen für den Rest der Niederlande und für die Welt entwickeln. "
Vom Planen zum Handeln
Was Ruth auszeichnet, ist ihre pragmatische Sichtweise. "Ich sage immer: Was werden wir jetzt tun? Nicht nur Pläne machen, sondern an die Umsetzung denken", sagt sie mit einem Lächeln. "Zu oft bleiben wir in Abstraktionen stecken. Aber wenn man bei der Planung nicht an die praktische Seite denkt, stößt man bei der Umsetzung darauf."
Sie gibt ein eindrucksvolles Beispiel aus der Praxis:
"Kürzlich erzählte mir jemand von einer sehr praktischen Innovation bei der Installation von Wärmepumpen. Offenbar muss beim Aufhängen der Pumpen eine Mutter auf der Rückseite der Pumpe angezogen werden. Das war jedes Mal ein ziemliches Ärgernis, da man mit einem Schraubenschlüssel und einem Unterarm zwischen Wand und Pumpe arbeiten musste. Dieser Mangel wurde einfach dadurch behoben, dass ein längerer Schraubenschlüssel zur Ausrüstung der Mechaniker gehörte, wodurch sie pro Pumpe bis zu 10 Minuten schneller arbeiten konnten. Was war dazu nötig? Ein improvisiertes Gespräch zwischen Mechaniker und Ausbilder!"
Welche Lektion hat sie daraus gelernt? "Man muss immer mit den Menschen sprechen, die die Arbeit machen", meint Ruth.
Die Praxis im Energiesektor
Eines der Projekte, von denen Ruth sichtlich begeistert ist, ist die Einrichtung eines MBO-Praktikums für die Energiewende. "Jeder kennt einen Professor oder Dozenten, aber ein Praktiker forscht auf MBO-Ebene, nahe an der Praxis", erklärt sie. "Wir haben hier noch kein Praktikerteam für die Energiewende. Aber nach einer Sondierung mit den Quartiersmanagern sind wir jetzt wirklich dabei, eines einzurichten. Nach dem Sommer werden wir mit dem Aufbau des Praktorats beginnen."
Finanzierung beginnt mit Zusammenarbeit
Was die Finanzierung der Programme im Rahmen des Energy Talent Plans betrifft, ist Ruth klar: Es geht nicht darum, einen Antrag zu stellen, sondern die Finanzierung zu organisieren. "Es gibt keinen zentralen Schalter, an dem man einfach 10 Millionen sammelt", lacht sie. "Für jedes Projekt oder jede Komponente schaut man, welche Finanzierungsquellen - Staat, Unternehmen, Fonds - in Frage kommen. Wenn man die Beteiligten frühzeitig einbezieht und sie an den Plan glauben lässt, sind sie eher bereit, einen Beitrag zu leisten. Wenn man gemeinsam einen Talentplan aufstellt, kann man auch gemeinsam Millionen für das Ganze aufbringen."
Energie aus Zusammenarbeit und Nachhaltigkeit
Was Ruth antreibt, ist die Zusammenarbeit aus gemeinsamer Motivation, dem gemeinsamen Interesse. "Ich tue das nicht für mich, sondern für die Region", sagt sie. "Und wenn man merkt, dass die Gesprächspartner genauso denken, entsteht eine gute Stimmung: Wir machen das gemeinsam. Das gibt mir Energie."
Ruth ist nicht nur Leiterin von Energy for team Human Capital, sondern auch Programmmanagerin für Smart Sustainability beim Economic Board. Sie sagt: "Die Zusammenarbeit in dieser Gruppe macht mich auch immer glücklich. Gemeinsam finden wir dort neue Möglichkeiten, neue Verbindungen, um die Region und die Welt ein bisschen schöner zu machen. Und genau darin liegt meine Stärke. "
Urlaubstipp
Zum Schluss noch eine persönliche Anmerkung: Ruths Urlaubstipp für Eltern mit kleinen Kindern ist Les Petites Perles. Dabei handelt es sich um eine Sammlung von kleinen, kinderfreundlichen Domänen im Südwesten Frankreichs. "Klein, gepflegt, mit Abendessen am Tisch und kinderfreundlichen Aktivitäten - sehr empfehlenswert!"



