In Zusammenarbeit mit Delft Imaging forscht das Radboudumc an diesem tragbaren Ultraschallgerät. Babychecker ist eine App, die mithilfe künstlicher Intelligenz Schwangerschaftsrisiken erkennt und mittlerweile in verschiedenen Teilen der Welt eingesetzt wird. Hinter dieser Technologie verbirgt sich auch eine persönliche Geschichte. Für die Forscherin Sofia ist dies viel mehr als nur ein Algorithmus: Es ist eine Arbeit mit Sinn.
Angetrieben von der Wirkung, nicht nur von der Technologie
Sofía ist ursprünglich Biomedizintechnikerin und kam aus Argentinien in die Niederlande, um medizinische Bildanalyse zu studieren. In ihrer vorherigen Arbeit war sie bereits in der Forschung tätig, aber ihr fehlte etwas Wesentliches: die gesellschaftliche Relevanz.
"Es war interessant, ich habe viel gelernt", sagt sie, "aber es fühlte sich hauptsächlich akademisch an. Bei Babychecker ist das anders. Hier sieht man sofort, wofür man es tut".
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Diese Motivation wurde nur noch stärker, als sie selbst nach Sierra Leone reiste, wo die Technologie in der Praxis eingesetzt wird. Dort sah sie, wie Frauen, oft nach langen Fußmärschen, endlich Zugang zu einem Ultraschallgerät hatten. Etwas, das für viele von ihnen sonst unmöglich wäre.
"Wenn man es mit eigenen Augen sieht, wird einem erst so richtig bewusst, wie groß die Auswirkungen sein können. Dass ein einfacher Scan den Unterschied ausmachen kann, ob man rechtzeitig Hilfe bekommt oder nicht."
Für Sofia ist es genau diese Kombination aus Technologie und Menschlichkeit, die sie antreibt: Sie arbeitet an Lösungen, die nicht nur intelligent sind, sondern das Leben tatsächlich verbessern.
Babychecker: intelligente Pflege, wo sie am meisten gebraucht wird
Die Stärke von Babychecker liegt in seiner Einfachheit. Mit einem Smartphone und einer tragbaren Ultraschallsonde können Gesundheitsdienstleister ohne spezielle Ausbildung einen Scan durchführen. Die App leitet sie Schritt für Schritt an, analysiert die Bilder mit KI und gibt sofort klare Ratschläge: kein Risiko, zusätzliche Untersuchung oder Überweisung in ein Krankenhaus.
Dies ist besonders wichtig in Gebieten, in denen wenig medizinische Ausrüstung vorhanden ist, Fachwissen fehlt und die Entfernungen zu Krankenhäusern groß sind.
"Das Ziel ist nicht, Ärzte zu ersetzen", betont Sofia. "Es ist ein Triage-Werkzeug. Wir wollen vor allem jene Frauen erreichen, die sonst überhaupt nicht versorgt würden."
Genau das macht das Projekt so wertvoll: Es füllt eine Lücke im Gesundheitssystem, anstatt bestehende Strukturen zu ersetzen.
Die Realität hinter der Technologie
Zugleich ist sich Sofia der Grenzen der Technik bewusst. Denn eine Diagnose allein reicht nicht aus. "Wenn man jemandem sagt, dass ein Risiko besteht, muss auch etwas passieren. Transport, Nachuntersuchungen, Behandlung - all das muss organisiert werden. Sonst kann es sogar stressig sein, es zu wissen."
Damit berührt sie einen wichtigen Punkt: Innovation hört nicht beim Produkt auf. Der Erfolg hängt auch von der Zusammenarbeit mit Regierungen, NRO und lokalen Gesundheitssystemen ab.
Lifeport Arnhem Nijmegen Region: Nährboden für Innovation
Die Tatsache, dass ein Projekt wie der Babychecker ausgerechnet in dieser Region mitentwickelt wird, ist laut Sofia kein Zufall. Die Lifeport-Region bietet eine einzigartige Kombination aus Wissen, Zusammenarbeit und Unternehmertum.
"Hier hat man alles in der Nähe", sagt sie. "Das Krankenhaus, die Universität, technisches Know-how und Unternehmen, die wirklich Innovationen auf den Markt bringen."
Die Verbindung zwischen der Radboudumc, Forschungsinstituten und Partnern wie Delft Imaging schafft ein Ökosystem, in dem Ideen schnell wachsen können. Forscher arbeiten mit Klinikern zusammen, und Innovationen erhalten direkten Zugang zu Praxisdaten und medizinischem Fachwissen.
Darüber hinaus spielt die Region eine Rolle bei der Talententwicklung und dem Wissensaustausch: Zusammenarbeit zwischen Universitäten und Krankenhäusern, starke KI- und medizinische Bildgebungsgruppen, Spin-offs, die eine Brücke zur Anwendung schlagen, und eine offene Kultur mit viel Ideenaustausch.
"Hier lernt man nicht nur, zu forschen", sagt Sofia. "Man lernt auch, wie man etwas bewirken kann."
Vom lokalen Ökosystem zur globalen Wirkung
Obwohl Babychecker weltweit eingesetzt wird, befindet sich ein wichtiger Teil der Forschung in Nijmegen. Dort werden Algorithmen entwickelt, Daten analysiert und neue Anwendungen getestet.
Es zeigt, wie ein regionales Innovationszentrum internationale Bedeutung erlangen kann. Von Lifeport Regio Arnhem Nijmegen aus werden Lösungen entwickelt, die gerade außerhalb Europas einen Unterschied machen.
"Das Tolle ist, dass es hier anfängt", sagt Sofia, "aber die Wirkung ist sofort anderswo zu spüren".
Weiterer Aufbau sinnvoller Technologie
Sofia ist jetzt am Ende ihres Promotionsprojekts und sucht nach dem nächsten Schritt, vorzugsweise in dieselbe Richtung: medizinische Bildgebung mit Wirkung.
"Das ist die Art von Arbeit, die ich weiterhin machen möchte. Technologie nutzen, um echte Probleme zu lösen."
Dieses Ziel fügt sich nahtlos in die Region ein, die sich für Gesundheit, Technologie und soziale Werte einsetzt. Der Babychecker ist ein Beispiel dafür: eine Innovation, die aus der Zusammenarbeit entsteht, durch Fachwissen wächst und schließlich die Menschen erreicht, die sie am meisten brauchen.
Innovation
Die Geschichte von Sofia und Babychecker zeigt, dass es bei echter Innovation nicht nur um intelligente Technologie geht, sondern vor allem um Motivation, Zusammenarbeit und den Willen, etwas zu bewegen. Und genau darin liegt die Stärke von Lifeport.
Lesen Sie mehr
- Sofía berichtete im April 2026 beim INNOVATE AI Meet up XL über den Babychecker.
- Informationsseite radboudumc


