Wie bindet man junge Talente an eine Branche, die vor Innovationen nur so strotzt, aber auch mit Personalmangel zu kämpfen hat? In Arnheim hat man darauf eine Antwort gefunden: die „Talent Tours“. Eine Initiative, bei der Studierende Unternehmen aus verschiedenen Branchen kennenlernen – unkompliziert, inspirierend und mit Blick auf die Zukunft.
Die erste Runde der diesjährigen Touren findet während der Arnhem Electricity Week statt und steht ganz im Zeichen des Themas „Energie“. „Wir integrieren die Talent Tours so weit wie möglich in bestehende Veranstaltungen, um deren Programm zu bereichern“, erklärt Anke Pollmann, Direktorin von Citymarketing Arnhem und Initiatorin der Tour.
Arnheim: grün, kreativ und frei
Die Talent Tours fügen sich nahtlos in die übergeordnete Strategie von Citymarketing Arnhem ein. Mit den Kernwerten „grün“, „kreativ“ und „frei“ positioniert sich die Stadt als Brutstätte für nachhaltige Innovation. „Wir blicken auf eine lange Tradition in den Bereichen Energie und Elektrizität zurück“, erklärt Pollmann, „und haben uns mittlerweile zu einem Standort entwickelt, an dem sowohl große Akteure als auch Start-ups an Lösungen für Probleme wie Netzüberlastung und die Energiewende arbeiten.“
Mit Bildungseinrichtungen wie der HAN, dem ROC Rijn IJssel, Van Hall Larenstein und ArtEZ verfügt Arnheim zudem über eine beträchtliche Menge an jungen Talenten. Diese Talente jedoch zu halten – darin liegt die Herausforderung. „Wir möchten den Studierenden zeigen, dass Arnheim nicht nur ein schöner Ort zum Studieren ist, sondern auch zum Leben und Arbeiten nach dem Studium. Dazu tragen die Talent Tours direkt bei.“
Energieunternehmen öffnen ihre Türen
Während der „Energy“-Ausgabe der Talent Tours am Freitag, dem 23. Mai, werden fünfzig Studierende in zwei Gruppen auf Tour geschickt. Sie besuchen Unternehmen wie DEKRA, Alliander, DNV und KEMA. „Sie erhalten einen Einblick hinter die Kulissen, lernen Mitarbeiter kennen und entdecken, welche Rolle diese Unternehmen bei der Energiewende spielen“, sagt Pollmann. „Und vor allem: Was sie dort als Studierende oder junge Fachkräfte dazu beitragen können.“
Die Tour ist bewusst niederschwellig gestaltet. Keine langen Präsentationen, sondern direkte Begegnungen und inspirierende Geschichten. Es geht darum, Neues zu entdecken, Fragen zu stellen, Kontakte zu knüpfen und die Atmosphäre zu erleben. „Es muss greifbar und nachvollziehbar sein“, betont Pollmann. „Studierende müssen sich vorstellen können, dass sie hier bald auch arbeiten werden.“
Zudem wird dieser Energy-Tour-Tag als wichtiges Element des Talentplans Energy genannt, der während der Arnhem Electricity Week 2025 im Mittelpunkt stehen wird.
Großes Interesse
Das Interesse an dieser Ausgabe ist auffallend groß: von zehn Anmeldungen im letzten Jahr auf mittlerweile fünfzig Studierende in diesem Jahr. „Ein enormer Sprung, der zeigt, dass der Bedarf vorhanden ist“, so Pollmann.
Im Anschluss werden die Studierenden gefragt, wie ihnen die Tour gefallen hat und was verbessert werden könnte. „Wir nutzen 2025 als Pilotjahr. Wir wollen fünf solcher Touren organisieren: neben dem Thema Energie auch zu den Themen nachhaltige Mode, IKT, Recht und Innovation. Auf der Grundlage der gewonnenen Erfahrungen entwickeln wir ein praktikables Format, mit dem wir dauerhaft Verbindungen zwischen Studierenden und Unternehmen herstellen können.“
Nachhaltige Mode und mehr
Am 23. Juni ist die nächste Talent Tour geplant, diesmal rund um das Thema nachhaltige Mode. Diese Ausgabe wird anders gestaltet: nicht mit Unternehmensbesuchen, sondern mit einer sogenannten „Fuck-Up Night“ im Rozet, bei der Unternehmer aus der Modebranche offen über ihre Erfolge und Misserfolge berichten. „Das passt gut zu der Art und Weise, wie ArtEZ Studierende ausbildet: zu selbstständigen Unternehmern“, so Pollmann.
Die weiteren Themen – Innovation, Recht und IT – folgen später in diesem Jahr. Der Ansatz bleibt derselbe: Studierende auf persönliche Weise mit der Praxis in Kontakt zu bringen und gleichzeitig Arnheim als Stadt zu präsentieren, in der man gerne arbeitet und lebt.
Schwerpunkt ist auch die Lebensqualität
Die Talent Tours gehen über das reine Thema Arbeit hinaus. Arnheim möchte auch zeigen, dass es eine attraktive Stadt zum Leben ist. „Man entscheidet sich nicht nur für einen Job, sondern für eine Zukunft“, sagt Pollmann. „Dazu gehören auch ein angenehmer Wohnort, eine gute Infrastruktur und eine lebendige Stadt. Dieses Bild möchten wir vermitteln.“
Die Zusammenarbeit mit Partnern ist dabei unerlässlich. Unter anderem leisten der Ondernemersfonds Arnhem, die Stadt Arnheim und The Economic Board einen Beitrag. Außerdem wird von Studierenden der HAN (Firma B302) ein Aftermovie gedreht, damit die Erfahrungen mit einem breiteren Publikum geteilt werden können.
Eine Stadt, eine Geschichte
Die Talent Tours zeigen vor allem, wie eine Stadt wie Arnheim ihre Kräfte bündelt. Bildung, Unternehmer, Regierung, alle arbeiten zusammen, um eine attraktive Zukunftsperspektive für junge Talente zu schaffen. Und genau das ist es, worum es beim Citymarketing geht: eine Marke nicht nur zu propagieren, sondern sie gemeinsam mit der Stadt zu gestalten.

