Save Plastics in Arnheim setzt sich für eine Welt ohne Plastik ein. Das im Industriepark Kleefse Waard ansässige Unternehmen betrachtet Haushaltskunststoffabfälle als wertvollen Rohstoff für nachhaltige Produkte. Es hat ein Verfahren entwickelt, um Kunststoffabfälle zu recyceln, die bisher als nicht recycelbar galten. Dafür erhielt es im Juni 2024 den Lifeport-Parel-Award.
Grüne Plastikfabriken
Save Plastics betreibt in der Region Arnheim-Nimwegen eine „Grüne Kunststofffabrik“, in der nach einzigartigen Lösungen für schwer verwertbare Kunststoffe und Kunststofffolien geforscht wird. Diese Kunststoffarten lassen sich nur schwer trennen und werden oft verschmutzt abgegeben, weshalb sie meist verbrannt werden. „Das macht etwa die Hälfte des Verpackungskunststoffabfalls in den Niederlanden aus. Deshalb untersuchen wir in der Fabrik, wie wir diesen Kunststoffen doch noch ein neues Leben geben können. Keine Verbrennung bedeutet auch weniger CO₂-Emissionen. So leisten wir einen Beitrag zum Umweltschutz und machen ausrangierten Kunststoff wieder wertvoll.“
Inzwischen gibt es weltweit eine Reihe von Green Plastic Factories, und mehrere Gemeinden in den Niederlanden haben ihr Interesse an einer solchen Fabrik bekundet. Der Aufbau einer solchen Fabrik wie in Arnhem Nijmegen wird derzeit an anderen Orten kopiert. "Im Ausland sind die Fabriken oft mit sehr schönen sozialen Projekten verbunden", sagt er.
Lokale Lösungen für lokale Probleme
Mit den „Grünen Kunststofffabriken“ will Save Plastics den Transport von Kunststoffabfällen und damit auch die CO₂-Emissionen reduzieren. „Wenn man die Menschen vor Ort ihren eigenen Restmüll verarbeiten lässt, hat das viele positive Auswirkungen.“ Im September reist das Duo beispielsweise nach Indien, wo sie in zehn Fischerdörfern entlang der Küste aktiv werden. „Dort werden wir mit jungen Menschen mit Behinderung arbeiten. Indem wir sie zum ‚Plastikmanager‘ des Dorfes machen, geben wir ihnen eine Daseinsberechtigung. Gemeinsam werden wir den gesamten Müll im Dorf einsammeln. Sie bringen ihn zur örtlichen ‚Grünen Plastikfabrik‘ und erhalten dafür Geld. So stärken wir sie.“
Bildung und soziale Aspekte
Das soziale Element spielt auch bei Save Plastics in den Niederlanden eine große Rolle. Etwa die Hälfte der Mitarbeiter wurde vom Arbeitsmarkt ferngehalten. Dies verleiht dem Unternehmen die höchste soziale Unternehmenszertifizierung in den Niederlanden, PSO-Leistungsstufe 3.
Save Plastics führt auch Bildungsprojekte durch, sowohl in niederländischen Schulen als auch in Schulen im Ausland. "Auf diese Weise bringen wir den Menschen bei, dass sie wirklich etwas aus Haushaltsabfällen machen können. Hierzulande verbrennen wir 60 % unserer Abfälle, im Ausland ist es viel mehr. Wir verwandeln das in neue Produkte.
Auswirkungen auf die Region
Das Unternehmen gibt es seit fast 35 Jahren. Es entstand aus dem Idealismus von Brams Vater, Gerard. In den 1980er Jahren recycelte er landwirtschaftliche Folien zu Rohstoffen. Er war dabei sehr innovativ, stellte aber noch keine Produkte daraus her. Als Bram das Unternehmen übernahm, wurde es zu dem, was es heute ist. "Wir sind führend in der Kreislaufwirtschaft in den Niederlanden."
Und das ist auch gut für die Region. "Wir bilden hier Menschen aus. Die Leute kommen aus der ganzen Welt in diese Region. Damit macht man sich auch einen Namen als Region Arnhem Nijmegen, dass man innovativ und bedeutend ist."
Zukunft
Save Plastics ist nicht untätig: Das Unternehmen arbeitet an vielen Fronten und mit vielen anderen Unternehmen an Innovationen. "Wir wollen die Green Plastic Factory einführen, unsere Produkte auf den Markt bringen und die Zusammenarbeit mit der Region und den Gemeinden vertiefen", zählt Marlous auf. Viele Pläne, aber der zugrunde liegende Traum bleibt derselbe: "Eine Welt ohne Plastik, in der jeder er selbst sein kann."


