In der Lifeport-Region Arnheim-Nimwegen entstehen täglich Innovationen, die weltweit etwas bewirken. Von bahnbrechender Chiptechnologie bis hin zu nachhaltigen Energielösungen – große Ambitionen finden hier einen fruchtbaren Nährboden. Doch hinter jeder Innovation verbirgt sich eine grundlegende Herausforderung: der Mangel an qualifiziertem Fachpersonal.
Unternehmen in den Bereichen Gesundheitswesen, Technik und Digitalisierung suchen verzweifelt nach Talenten, während Schüler der berufsbildenden Schulen bei ihrer Suche nach einem Praktikumsplatz noch allzu oft auf Hindernisse stoßen. Das lässt sich besser machen. Mit dem „Regionalen Praktikumsabkommen“ entsteht in Lifeport Regio Arnhem Nijmegen ein einzigartiges Ökosystem, in dem Bildung, Wirtschaft und Behörden nicht nebeneinander, sondern gemeinsam an einem Strang ziehen.
Talenten müssen Chancen gegeben werden
„Sehr viele Unternehmen sind auf der Suche nach Talenten, wir sehen Engpässe in allen Branchen, dennoch bleibt viel Talent ungenutzt“, stellt Adam Galijašević, Programmmanager bei Human Capital Akkoord, fest. Als Flüchtlingskind, das selbst Chancen in den Niederlanden erhalten hat, weiß er wie kein anderer, was es bedeutet, wahrgenommen zu werden. „Talente müssen Chancen erhalten, anstatt bereits in der Grundschule nach Leistungsniveau sortiert zu werden. Der Fachkräftemangel ist zu groß, um Talente links liegen zu lassen.“
Auch Saskia Jacobs, HR-Managerin bei Hyster-Yale Materials Handling BV, erkennt die Notwendigkeit einer breiteren Perspektive. „Oft herrscht die Auffassung, dass HAVO oder VWO bessere Zukunftschancen bieten als VMBO. Genau diese gesellschaftliche Sichtweise zu ändern, ist das Ziel des Praktikumsabkommens.“
Drei Säulen, eine Bewegung
Der Praktikums-Pakt ruht auf drei Säulen, die sich gegenseitig verstärken. Die öffentliche Hand investiert in die Projektfinanzierung, das Bildungswesen entwickelt hybride Lernumgebungen und Unternehmen setzen auf strukturelle Betreuung und die Qualität der Praktika. So entsteht eine regionale Infrastruktur, in der Talente und Arbeitgeber schneller zueinanderfinden.
Peter van Mulkom, Vorstandsvorsitzender des ROC Nijmegen und Botschafter des Praktikumsabkommens, betont, dass erfolgreiche Talentförderung Geduld erfordert. „Es geht darum, dass man als Berufsbildungseinrichtung im Zusammenspiel mit Unternehmen die Motivationen junger Menschen ermittelt und nachhaltig in ihr Talent investiert.“
Pilotprojekte zur Talentvermittlung
Die Stärke des Praktikumsabkommens liegt darin, auf ein passendes Praktikum hinzuarbeiten. Konkrete Pilotprojekte laufen unter anderem beim Weltmarktführer in der Chiptechnologie NXP, wo Studierende durch Gastvorlesungen und challenge-basiertes Lernen die Unternehmenskultur kennenlernen. „Auch durch spezifische Ausbildungszertifikate und unternehmensspezifische BBL-Programme lässt sich eine bessere Abstimmung erreichen“, erläutert Van Mulkom. Die Art und Weise, wie Studierende und Unternehmen zusammengebracht werden, wird neu gestaltet. „Wir organisieren ‚Kies je Job‘-Veranstaltungen, Networking-Events, bei denen bereits in einem frühen Stadium der Fokus auf die Bindung zwischen Unternehmen und Studierenden gelegt wird. Durch den frühen Kontakt wissen Unternehmen besser, wer zu ihnen passt.“
Noch auffälliger ist das Experiment mit dem Praktikums-Matching. „Beim Praktikums-Matching geht es nicht um Namen oder Herkunft, sondern um persönliche Motivationen und Kenntnisse. So durchbrechen wir Vorurteile.“
2026: von der Absicht zum Engagement
Anfang 2026 wird der regionale Praktikums-Pakt Lifeport offiziell unterzeichnet. Für Jacobs ist dies der Startschuss für eine langfristige Initiative. „Wir müssen uns mit den Berufsschulen und den Unternehmen an einen Tisch setzen. Indem man Wissen darüber austauscht, was die verschiedenen Berufsschulstufen bedeuten, lernt man als Unternehmen besser, wonach man suchen kann. So findet man Studierende, die besser zu uns passen, wodurch die Wahrscheinlichkeit steigt, dass sie nach ihrem Praktikum weiterhin bei uns arbeiten.“
Der Praktikums-Pakt ist mehr als nur eine Vereinbarung auf dem Papier. Es ist eine regionale Bewegung, in der jedes Talent zählt. Denn wie Galijašević es zusammenfasst: „Die Berufsperspektiven im technischen Bereich der Berufsausbildung sind besser als bei vielen Fachhochschulstudiengängen. Die Diskussion, dass ein höherer Bildungsabschluss besser sei, ist einfach überholt.“
Der Praktikums-Pakt ist eine Zusammenarbeit zwischen Bildungseinrichtungen, Unternehmen und Behörden in der Lifeport-Region Arnheim-Nimwegen mit dem Ziel, für jeden MBO-Schüler und jedes Unternehmen ein passendes Praktikum zu finden. Wenn die Vermittlung und Betreuung gut organisiert sind, profitieren alle davon.
Möchten Sie mehr erfahren oder mitmachen? Kontaktieren Sie uns unter
arbeidsmarkt@theeconomicboard.com
Regionaler Praktikantenpakt: Quartermasters bei der Arbeit
Lifeport Region Arnheim-Nimwegen unternimmt einen wichtigen Schritt hin zu besseren Praktika für Berufsschüler. Anknüpfend an den landesweiten Praktikums-Pakt – mit Vereinbarungen über ausreichende Praktikumsplätze, gute Betreuung, faire Vergütungen und die Bekämpfung von Diskriminierung bei Praktika – arbeitet die Region an einer eigenen, handlungsorientierten Umsetzung. Unser Ziel: ein robustes und zukunftssicheres System aus Praktika und dualen Ausbildungsplätzen, von dem sowohl Studierende als auch Arbeitgeber in der Region Arnheim-Nimwegen optimal profitieren. Gute Praktika bieten nämlich weit mehr als nur Lernerfahrungen: Sie bringen neue Talente und frische Ideen mit sich und stärken die regionale Wirtschaft.
Die Prozessbegleitung liegt in den Händen der Projektleiter Julia Verlaat und Henno van Horssen vom Beratungsunternehmen De Selectie. Julia: „Unternehmen, die sich jetzt anschließen, gestalten mit, wie wir Praktika besser organisieren. Sie investieren nicht nur in eine gute Betreuung der Studierenden, sondern auch in die Talente der Zukunft – für Ihr eigenes Unternehmen und für die Region.“ Sind Sie Unternehmer oder Personalverantwortlicher in der Lifeport-Region Arnheim-Nimwegen? Dann senden Sie eine E-Mail an julia@deselectie.nl und schließen Sie sich dem „Stagepact“ an – wo Talente und Chancen aufeinander treffen!
*Veröffentlicht auf Kijk op Arnhem Nijmegen




