Autos werden immer intelligenter und damit auch komplexer. Störungen lassen sich nicht immer leicht lokalisieren. Gerade wenn eine Störung schwer zu finden ist, beginnt für den Studenten der Fachrichtung Kfz-Technik am ROC Nijmegen die eigentliche Arbeit. Dieser Ansatz brachte Nick Joosten in diesem Herbst zu den WorldSkills in Shanghai, wo er das Team Niederlande vertritt.
Manchmal war ein Auto bereits bei mehreren Werkstätten. Mechaniker haben das Auto untersucht, Teile ausgetauscht und Fehlercodes ausgelesen. Das Auto? Das macht immer noch genau das, worauf es gerade Lust hat. Dann beginnt für Nick Joosten (20) der spannendste Teil seiner Arbeit. Wo andere ein Armaturenbrett voller Fehlerlampen sehen, sieht er ein Rätsel, das gelöst werden will. Nicht durch Raten, sondern durch logisches Denken, Messen und das Herstellen von Zusammenhängen. Genau diese Herausforderung machte ihn zum zweifachen niederländischen Meister in Kfz-Technik.
Jede Störung erzählt eine Geschichte
Dass Nick sich für die Technik entschied, war eigentlich keine Überraschung. Sein Vater arbeitete mit großen Maschinen, sodass Technik zu Hause nie weit entfernt war. Dennoch stellte Nick schon bald fest, dass er lieber mit Personenkraftwagen arbeitete. Nicht das Schrauben an sich, sondern gerade die Suche nach der Ursache komplizierter Störungen sprach ihn am meisten an.
„Wenn mehrere Techniker eine Störung nicht finden können und es mir letztendlich doch gelingt, gibt mir das ein echtes Erfolgserlebnis“, erzählt er. Vor allem Störungen, die nur gelegentlich auftreten, erfordern Geduld, Fachwissen und ein scharfes Auge für Details. Für Nick ist genau das das Schöne an diesem Beruf.

Nick Joosten
Bildnachweis: ROC Nijmegen
Das Auto wird zu einem Computer auf Rädern
Wer glaubt, dass ein Kfz-Techniker hauptsächlich mit einem Schraubenschlüssel unter der Motorhaube hantiert, irrt sich. Heutzutage steht genauso oft ein Laptop neben dem Auto. Sensoren, Software, Hochspannungssysteme und digitale Diagnosen bestimmen zunehmend die Arbeit. Für Nick ist das keine Zukunftsmusik, sondern tägliche Praxis. Moderne Autos sind eigentlich fahrende Computer – nur dass sie zufällig auch vier Räder haben.
Genau aus diesem Grund bildet sich Nick ständig weiter. Bei seiner Vorbereitung auf die WorldSkills wird er von Rob Janssen betreut. Neben Schulungen bei Unternehmen nimmt er auch an Fortbildungen im In- und Ausland teil. So arbeitete er in Shenzhen gemeinsam mit Teilnehmern aus sechzehn Ländern an Aufgaben in den Bereichen Mechanik, Elektronik und Hochspannungstechnik. „Eigentlich muss man sich fragen: Was muss man nicht mehr lernen?“, sagt er lachend. „Es kommen so viele neue Technologien hinzu. Wenn man stehen bleibt, gerät man schnell ins Hintertreffen.“
Ruhe siegt über Geschwindigkeit
Neben Fachwissen geht es bei WorldSkills auch darum, mit Druck umzugehen. Das hat Nick bereits bei früheren internationalen Wettbewerben gelernt. Mittlerweile erhält er mentale Unterstützung vom WorldSkills Team NL, um auch unter Zeitdruck ruhig zu bleiben.
„Wenn ich unter Stress stehe, denke ich manchmal zu kompliziert“, erzählt er. Indem er im Vorfeld klare Schritt-für-Schritt-Pläne erstellt und sich voll und ganz auf seine eigene Aufgabe konzentriert, behält er einen kühlen Kopf. Sein Ziel für Shanghai ist daher sowohl realistisch als auch ehrgeizig: eine „Medal of Excellence“ zu gewinnen, die internationale Anerkennung für herausragende handwerkliche Leistung.

Team NL ist auf dem Weg nach Shanghai
Bildnachweis: The Creators Hub – Sanne Marcellis – Worldskills Netherlands
Technik, die die Region voranbringt
Nick träumt davon, in ein paar Jahren sein eigenes Diagnostikunternehmen zu gründen. Ein logischer Schritt für jemanden, der am liebsten die kompliziertesten technischen Rätsel löst.
Dieses Ziel steht im Einklang mit den Entwicklungen in der Lifeport-Region Arnheim-Nimwegen. Die Mobilität von morgen erfordert Fachkräfte, die nicht nur Teile austauschen, sondern komplexe elektrische und digitale Systeme verstehen. Von intelligenten Fahrzeugen bis zur Energiewende: Die Technik entwickelt sich rasant weiter, und Unternehmen benötigen Fachkräfte, die sich kontinuierlich weiterbilden und an neue Innovationen anpassen.
Nick zeigt, wie das aussieht. Neugierig, lernbegierig und stets auf der Suche nach der Ursache eines Problems. Damit vertritt er nicht nur die Niederlande bei den WorldSkills, sondern auch eine neue Generation von Technikern, die für die Zukunft der Region unverzichtbar ist. Oder, wie Nick selbst sagt: „Man ist eigentlich nie fertig mit Lernen.“
Lifeport-Vereinbarung zum Humankapital
Die Geschichte von Nick verdeutlicht, wofür das Lifeport-Human-Capital-Abkommen steht. Bildungseinrichtungen und Unternehmer arbeiten darin gemeinsam daran, gut ausgebildete Fachkräfte für die Herausforderungen von morgen heranzubilden. Indem Talente frühzeitig erkannt, junge Menschen herausgefordert und Bildung sowie Wirtschaft eng miteinander verbunden werden, entsteht eine Region, in der sich Menschen entfalten können und Unternehmen weiterhin innovativ sein können.
Weitere Informationen zum Lifeport-Human-Capital-Abkommen finden Sie unter: Human-Capital-Abkommen.


