Stellungnahme von Lifeport Region Arnheim-Nimwegen zum
drohende Anschlusssperre in den zentralen Niederlanden
Die Warnung, dass in den zentralen Niederlanden ab diesem Sommer keine neuen Stromanschlüsse für Haushalte mehr vergeben werden dürfen, unterstreicht die Dringlichkeit des Problems der Netzüberlastung. In Gelderland, Utrecht und Flevoland besteht die Gefahr, dass sich Wohnungsbauprojekte verzögern, weil das Stromnetz in Spitzenzeiten nicht über ausreichende Kapazitäten verfügt.
Lifeport Regio Arnhem Nijmegen hat Verständnis für die Anliegen von Gemeinden, Bauträgern und Unternehmen. Gleichzeitig ist es wichtig, das Problem genau zu definieren: Das Netz ist nicht strukturell "voll", sondern wird zu bestimmten Zeitpunkten überlastet. Vor allem morgens und zwischen 16 und 21 Uhr kommt es zu Lastspitzen, weil Haushalte gleichzeitig Strom für Wärmepumpen, Elektrofahrzeuge und andere Anwendungen verbrauchen. Die Spitzenlast ist der Engpass.
Gemeinsam an Lösungen arbeiten
"Die Überlastung des Stromnetzes ist kein Mangel an Strom, sondern ein Problem der Spitzenlast. Im Lifeport Regio Arnhem Nijmegen arbeiten wir bereits an konkreten Lösungen wie intelligenter Steuerung, lokaler Speicherung und Preisanreizen, die Raum für Wohnraum und Wirtschaftswachstum sowie die notwendige Energiewende schaffen". sagte Jan van Dellen, Direktor der Wirtschaftsbehörde Region Arnhem Nijmegen.
Innerhalb von Lifeport Regio Arnhem Nijmegen arbeiten Unternehmen, Netzbetreiber, Wissensinstitute und Regierungen schon seit einiger Zeit gemeinsam an strukturellen Lösungen. Connectr Energy Innovation spielt dabei eine verbindende Rolle als Innovationsplattform für Elektrifizierung und Energiesysteme. Das National Grid Congestion Expertise Centre fungiert als nationales Kompetenzzentrum für intelligente Lösungen für Unternehmen.
Die Region sieht drei Lösungsansätze, die direkt dazu beitragen, den Druck auf die Netze zu verringern.
- Verhaltens- und Preisanreize: Raum schaffen ohne zusätzliche Kabel
Das Stromnetz verfügt außerhalb der Spitzenlastzeiten über wesentlich mehr Kapazität, als häufig genutzt wird. Eine Verlagerung der Nutzung in die Schwachlastzeiten kann sofort Platz schaffen.
Dies erfordert:
- zeitabhängige Tarife für Haushalte und Unternehmen
- Finanzielle Anreize für eine flexible Nutzung;
- klare Kommunikation über Spitzen- und Schwachlastzeiten.
Eine Verhaltensänderung ist der schnellste und kosteneffizienteste Weg, um Kapazitäten freizusetzen, ohne das Netz in großem Umfang zu verstärken.
- Intelligente Steuerung: Organisation von Flexibilität durch Technologie
Moderne Software ermöglicht es, Geräte und Anlagen automatisch zu steuern. Wärmepumpen, Ladestationen und Kühlsysteme können vorübergehend verschoben oder auf Zeiten verlegt werden, in denen das Netz Platz hat.
In Stadtvierteln und Gewerbegebieten werden diese Lösungen bereits durch Smart Energy Hubs umgesetzt, in denen Angebot und Nachfrage lokal aufeinander abgestimmt werden. Durch die Echtzeitsteuerung kann das Netz effizienter genutzt werden, ohne dass die Nutzer Komfortverluste hinnehmen müssen.
- Lokale Energiespeicherung: Spitzen abfedern, Entwicklung ermöglichen
Batteriespeicher bieten die Möglichkeit, Energie vorübergehend zu speichern und sie zu einem späteren Zeitpunkt wieder abzugeben. So können Spitzenlasten ausgeglichen und Wohn- und Nachhaltigkeitsprojekte durchgeführt werden, während der Netzausbau erfolgt.
Die Energiespeicherung ist kein Ersatz für den Netzausbau, aber sie ist ein wichtiges Instrument, um die Übergangszeit zu bewältigen.
Realismus bei der Versorgungssicherheit
Die Energiewende entwickelt sich schneller als der Ausbau der Infrastruktur. Das Wachstum von Elektromobilität und Wärmepumpen hat die Nachfrage stark erhöht. Dies erfordert ein intelligenteres und flexibleres System.
Vollständige Versorgungssicherheit zu jeder Zeit ist in einem stark elektrifizierten System keine Selbstverständlichkeit. Durch die Kombination von Flexibilität, Speicherung und intelligenter Steuerung kann die Zuverlässigkeit hoch bleiben, ohne die wirtschaftliche Entwicklung zum Stillstand zu bringen.
Vom Spitzenproblem zur Systemlösung
Der sich abzeichnende Anschlussstopp zeigt, dass die Herausforderung nicht im Mangel an Strom liegt, sondern im Umgang mit der gleichzeitigen Nutzung. Die Kombination von Verhalten, Technologie und Speicherung kann Raum für Wohnen, Nachhaltigkeit und Wirtschaftswachstum schaffen.
Innerhalb von Lifeport Regio Arnhem Nijmegen werden diese Lösungen entwickelt und in die Praxis umgesetzt. Die Region zeigt damit, dass die Überlastung der Netze kein Endpunkt sein muss, sondern eine Gestaltungsaufgabe, die Zusammenarbeit, Innovation und Systemdenken erfordert.


