Die Zukunft der Chips

Halbleiter, auch als Chips bekannt, bilden die Grundlage unserer digitalen Gesellschaft. Sie finden sich in Autos, medizinischen Geräten, Energiesystemen und praktisch in der gesamten modernen Elektronik. Der Lifeport Region Arnhem Nijmegen spielt dabei eine wichtige Rolle. Nach Brainport Eindhoven ist sie die zweite Semicon-Region in den Niederlanden. Mit mehr als 50 Unternehmen, über 10.000 Beschäftigten und einer Jahresproduktion von Chips und Anlagen im Wert von rund 3,5 Milliarden Euro ist die Region ein wichtiger Akteur in der europäischen Halbleiterindustrie.

Einzigartiges Ökosystem

Das Besondere an der Lifeport-Region ist ihr komplettes Halbleiter-Ökosystem. In dieser Region sind Chipdesign, Fertigung, Verpackung, Forschung und Talententwicklung vereint. Internationale Unternehmen wie NXP, Nexperia, Ampleon und Besi sind hier ebenso zu Hause wie innovative Start-ups und spezialisierte Zulieferer. Innovationscampusse wie der Noviotech Campus stärken die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Wissenseinrichtungen. Dank dieser starken Zusammenarbeit können neue Technologien schneller entwickelt und angewendet werden. Dies macht die Region zu einem wichtigen Standort für die Entwicklung neuer Chiptechnologien.

Vom Design zur Produktion

 

Die Lifeport Region Arnhem Nijmegen ist einer der wenigen Orte in Nordwesteuropa, an dem Chips nicht nur entworfen, sondern auch tatsächlich produziert werden. In Nijmegen befindet sich die einzige große Chipfabrik der Niederlande. Darüber hinaus verfügt die Region über Forschungszentren wie das CITC-TNO und das OnePlanet Research Centre. Zusammen mit starken Wissensinstitutionen wie der Radboud-Universität, der HAN und den regionalen ROCs entsteht so eine leistungsstarke Kombination aus Forschung, Entwicklung und Produktion. Dies ermöglicht es, Innovationen schnell zu testen, zu erweitern und in neuen Technologien anzuwenden.

 

Wachstum des Chipsektors

 

Die weltweite Nachfrage nach Chips steigt rapide an. Neue Technologien wie künstliche Intelligenz, Elektrifizierung und intelligente Mobilität erfordern immer mehr Halbleiter. Gleichzeitig investieren Länder weltweit Milliarden, um ihre eigene Chipproduktion zu stärken. Für die Lifeport-Region ergeben sich daraus große Chancen. Lifeport Semicon hat sich zum Ziel gesetzt, den regionalen Cluster weiter auszubauen und seinen Umsatz bis 2034 auf rund 8 Milliarden Euro zu verdoppeln. Dies wird sicherstellen, dass die Region ein wichtiger Akteur in der europäischen Halbleiterindustrie bleibt.

 

Investitionen in Innovation

 

Um dieses Wachstum zu ermöglichen, wurde eine gemeinsame Investitionsagenda mit einem Zielvolumen von rund 1,1 Milliarden Euro bis 2034 erstellt. Diese Investitionen setzen sich aus einer Kombination aus privaten Investitionen, nationalen Mitteln und europäischen Programmen zusammen. Die Agenda konzentriert sich unter anderem darauf, die Wassergewinnung zukunftssicher zu machen, fortschrittliche Chip-Verpackungstechnologien zu entwickeln und die Produktionskapazitäten zu erweitern. Zudem wird in Infrastruktur wie Energie und Raum investiert. So bleibt die Region attraktiv für Unternehmen, die in die Chipentwicklung und -produktion investieren möchten.

Talente für die Zukunft

Das Wachstum des Halbleitersektors erfordert eine Vielzahl neuer technischer Talente. In den Niederlanden werden in den kommenden Jahren voraussichtlich 38.000 zusätzliche Arbeitskräfte in der Halbleiterindustrie benötigt. Aus diesem Grund arbeiten Unternehmen, Bildungseinrichtungen und Regierungen gemeinsam am Lifeport Semicon Talent Plan. Dieses Programm konzentriert sich auf die Ausbildung, Gewinnung und Bindung von Talenten für die Chipindustrie. Die Regierung investiert 2 Millionen Euro in die erste Phase dieses Programms, das Teil eines umfassenderen Budgets von 6 Millionen Euro für die kommenden Jahre ist.

 

Lifeport Semicon Talent Plan: Bildung und Zusammenarbeit

Im Rahmen des Talentplans werden Investitionen in neue Ausbildungsmodule, Labore und multidisziplinäre Projekte rund um die Halbleitertechnologie getätigt. Studenten arbeiten gemeinsam mit Unternehmen an aktuellen Themen durch Challenge-Based Learning. Darüber hinaus wird eine regionale Zusammenarbeit zwischen Bildung und Wirtschaft entwickelt, um Talente besser an Arbeitsplätze in diesem Sektor heranzuführen. Durch diesen Ansatz entdecken die Studenten frühzeitig die Möglichkeiten des Halbleitersektors, und es wird eine starke Talentpipeline für Unternehmen in der Region geschaffen.

Gemeinsam stark mit Brainport

Die niederländische Halbleiterindustrie wird von zwei starken Regionen unterstützt: Brainport Eindhoven und Lifeport Regio Arnhem Nijmegen. Beide Regionen verfügen über eine starke Fertigungsindustrie, internationale Unternehmen und eine gute technische Ausbildung. Sie teilen auch ähnliche Herausforderungen, wie den Mangel an technischen Talenten. Durch intensive Zusammenarbeit stärken beide Regionen die Position der Niederlande in der internationalen Chipindustrie. Unternehmen wie NXP und Neways sind in beiden Ökosystemen aktiv und arbeiten mit einem breiten Netzwerk von Zulieferern zusammen.

 

Innovation in mehreren Sektoren

Die Stärke der Lifeport-Region liegt auch in ihrer Verbindung mit anderen Sektoren. Chips spielen eine wichtige Rolle in der Energie-, Gesundheits- und Agrartechnologie. Diese Sektoren treffen in der Region aufeinander: Energieinnovationen rund um Arnheim und Medizintechnik in Nijmegen. Durch die Verknüpfung dieser Sektoren entstehen neue Anwendungen, zum Beispiel in intelligenten Sensoren, medizinischen Geräten und energieeffizienten Systemen. Dadurch entwickelt sich die Region zu einem wichtigen Innovationszentrum.

 

Bereit für die Zukunft

Mit einem starken Ökosystem aus Unternehmen, Wissenseinrichtungen und Behörden baut Lifeport Regio Arnhem Nijmegen eine zukunftsfähige Chipindustrie auf. Durch Investitionen in Innovation, Produktionskapazitäten und Talente bleibt die Region attraktiv für Unternehmen und Forscher aus dem In- und Ausland. Neue Entwicklungen wie Edge-AI, Robotik und intelligente Systeme werden die Nachfrage nach Halbleitern weiter steigern. Dank der starken Zusammenarbeit innerhalb des Ökosystems kann Lifeport weiterhin eine wichtige Rolle in der Technologie von morgen spielen.