Die Regiegroep Lifeport Semicon stellt eine gemeinsame Investitionsagenda bis 2034 vor, um die Entwicklungs-, Forschungs-, Produktions- und Testkapazitäten des niederländischen Chipsektors im Bereich der Halbleiter strukturell zu verdoppeln. Die Agenda sieht für die kommenden Jahre öffentliche und private Investitionen in Höhe von rund 1,1 Milliarden Euro vor.
In der Region Gelderland befindet sich die einzige große Waferfabrik (Produktion von Chipplatten) in den Benelux-Ländern. Zusammen mit dem vorhandenen Wissen über Chipproduktion, Forschung, Verpackungstechnologie und Maschinen bildet dies eine vollständige Kette. Damit ist Lifeport Semicon einer der wenigen Orte in Nordwesteuropa, wo Chips nicht nur entworfen, sondern auch hergestellt werden.
Nach Ansicht der Initiatoren ist dies unerlässlich, um die Niederlande in einem Markt, in dem weltweit Hunderte von Milliarden Euro investiert werden, wirtschaftlich und strategisch wettbewerbsfähig zu halten. Mit diesen Investitionen soll der Umsatz in der Lifeport-Region auf 8 Milliarden Euro mehr als verdoppelt werden.
Um dieses Wirtschaftswachstum und die strategische Position tatsächlich zu realisieren, konzentrieren sich die Partner auf eine Reihe von entscheidenden Säulen:
- Erhaltung und Zukunftssicherung der 8-Zoll-Wafer-Produktion
- Realisierung einer Pilotlinie für fortschrittliches Chip Packaging
- Ausbau der Produktionskapazitäten
- Stärkung der technischen Talente
- Sicherung der Energie- und Raumfahrtinfrastruktur
Nationale Positionierung
Hubert Bruls, Bürgermeister von Nijmegen und Vorsitzender der Lifeport Semicon Regiegroep:
"Wir sprechen hier nicht über ein regionales Projekt, sondern über einen nationalen Wirtschaftsstandort. Wenn die Niederlande die strategische Autonomie ernst nehmen, dann gehört dazu auch die Produktionskapazität. In unserer Region werden die Chips tatsächlich hergestellt. Mit dieser Investitionsagenda legen wir ein gemeinsames Ziel für das Jahr 2034 fest."
Wettbewerbsposition unter Druck
Die weltweite Halbleiterindustrie ist der Schauplatz erheblicher staatlicher Investitionen. Die Vereinigten Staaten und die asiatischen Länder geben Milliarden aus, um die Produktion wieder anzukurbeln. Auch Deutschland und Frankreich investieren in großem Umfang in neue Produktionsstätten.
Wirtschaftliche Auswirkungen
Der Plan sieht eine Verdoppelung des Clusters bis 2034, ein Wachstum hochwertiger Arbeitsplätze, eine Stärkung privater FuE-Investitionen sowie eine Steigerung des Exportwerts und der regionalen Wertschöpfung vor.
Der Gesamtinvestitionsbedarf von 1,1 Milliarden Euro setzt sich aus einer Kombination aus privaten Investitionen, nationalen Mitteln und europäischer Kofinanzierung zusammen. Den Initiatoren zufolge erzeugt jeder Euro öffentlicher Investitionen ein Vielfaches an privaten Investitionen, und der Cluster stärkt das breitere Hightech-Ökosystem in den östlichen Niederlanden.
Wissenseinrichtungen für Innovation
Auf der Grundlage dieses Ziels arbeiten wir auch an der Stärkung von Talenten, die damit wachsen.
Alexandra van Huffelen, Vorstandsvorsitzende der Radboud Universität: "Aus dem Wissenssektor von MBO, HBO und Universität unterstützen wir diese Initiative und tragen zur Entwicklung hoch energieeffizienter Chips, von Systemen, die unsere digitale Souveränität stärken und die Entwicklung von wertegesteuerter KI fördern, bei."
Anruf in Den Haag und Brüssel
Lifeport Semicon fordert die Regierung auf, die Region im Rahmen nationaler Programme wie der Nationalen Technologiestrategie und künftiger Initiativen des European Chips Act ausdrücklich zu positionieren.
Doeco Terpstra, Geschäftsführer von NXP und Direktor des Economic Board: "Die Lifeport-Region verfügt über ein einzigartiges, zusammenhängendes Halbleiter-Ökosystem, das für die technologische Autonomie der Niederlande von großem Wert ist. Wenn wir unsere Position innerhalb der europäischen Wertschöpfungskette stärken wollen, müssen wir jetzt in die Infrastruktur, das Wissen und die Innovationskraft investieren, die dieses Ökosystem zukunftssicher machen. Lifeport Semicon ist eine strategische Säule, auf der die Niederlande wirtschaftlich und technologisch aufbauen können."
Gleichgewicht zwischen Anspruch und Wirklichkeit
Die Regiegroep betont, dass es sich bei den 1,1 Milliarden Euro um ein Investitionsprogramm handelt, das sich aus privaten Investitionen, europäischen Mitteln und möglichen nationalen Beiträgen zusammensetzt. Konkrete Finanzierungsentscheidungen und Formen der Zusammenarbeit werden für jedes Projekt in den kommenden Jahren geprüft. Mit dieser Agenda will sich Lifeport Semicon ausdrücklich in nationalen Programmen wie der Nationalen Technologiestrategie und künftigen Initiativen des European Chips Act positionieren.
Bruls: "Die Welt wartet nicht. Wenn die Niederlande weiterhin eine Rolle in der Halbleiterindustrie spielen wollen, müssen wir jetzt die Weichen stellen. Diese Agenda ist eine Einladung an Den Haag und Brüssel, diese Position gemeinsam zu stärken."

