Die Regionen Foodvalley und Lifeport Regio Arnhem Nijmegen würden Chancen verpassen, wenn sie nicht zusammenarbeiten würden. Das ist die Meinung von René Verhulst, Bürgermeister von Ede. Er muss es wissen, denn er ist Vorsitzender der Region Foodvalley und seit acht Jahren auch Mitglied des Economic Board Regio Arnhem Nijmegen. Er freut sich, dass eine solche Zusammenarbeit immer häufiger zustande kommt.

René Verhulst ist seit 2017 Bürgermeister von Ede. In dieser Funktion ist er Vorsitzender der Region Foodvalley, einer Dreifach-Kooperation von acht Gemeinden in Gelderland und einem kleinen Teil von Utrecht. "2018 wurde ich auch gebeten, dem Economic Board Regio Arnhem Nijmegen beizutreten. Darüber musste ich nicht lange nachdenken. Als Nachbarn sind wir miteinander verflochten. Wir sind keine Konkurrenten, sondern brauchen uns gegenseitig. Wenn es in der Foodvalley-Region regnet, tropft es in der Lifeport-Region. Und vice versa."

Rene Verhulst

René Verhulst

Wageningen Universität & Forschung (WUR) und Radboud Universität (RU)

Seiner Meinung nach gibt es viele Themen, die nach Zusammenarbeit schreien: vom Wohnungsbau bis zur Wirtschaft und vom Personalmangel bis zur Energiewende. Verhulst nennt ein konkretes Beispiel: den NOVEX-Ansatz. Dieses Programm der Zentralregierung soll die Beschleunigung und Umsetzung von Raumordnungsaufgaben in sechzehn Regionen sicherstellen. Lifeport und Foodvalley sind gemeinsam eine dieser Regionen und arbeiten an einer Umsetzungsagenda. Verhulst: "Wir ziehen an einem Strang und sitzen gemeinsam mit der Zentralregierung am Tisch. Das gefällt uns sehr gut."

Auf wissenschaftlicher Ebene finden die beiden Regionen im OnePlanet Research Centre zusammen, in dem die Wageningen University & Research (WUR) und die Radboud University (RU) zusammenarbeiten. Dies hat bereits zu mehreren konkreten Innovationen geführt, wie z. B. einer einnehmbaren Sensorpille, die Verdauungsprozesse und möglicherweise auch Darmentzündungen abbilden soll. Verhulst: "Wenn die WUR mit ihrem Wissen über Lebensmittel und das Lebensumfeld und die RU mit ihrem technologischen und medizinischen Fachwissen zusammenarbeiten, ist das eine echte internationale Größe. Man redet hier wirklich von der Spitze der akademischen Welt. Darüber hinaus dürfen wir aber auch die HBO- und MBO-Einrichtungen nicht vergessen. Vor allem angesichts des Arbeitskräftemangels, den wir haben. Auch da haben beide Regionen viel zu bieten und es gibt jede Menge Möglichkeiten, sich gegenseitig zu stärken."

In der Gemeinde Ede gibt es eine große Ansammlung von Unternehmen im Bereich Verteidigung. "Wir haben eine Militärkaserne, die der Innovation gewidmet ist und sich mit Fragen wie 'Wie bekommt man in der Wüste Wasser?', 'Was isst man bei einem Einsatz?' und 'Wie verarbeitet man Abfall?' beschäftigt. Jan van Dellen (Direktor des Economic Board Arnhem Nijmegen, Anm. d. Red.) hat uns mit innovativen Unternehmen in Kontakt gebracht, die dabei helfen können."

Voneinander lernen

Er sagt, es sei gut, die Unterschiede zwischen den beiden Regionen anzunehmen. "Wenn man sich zu sehr ähnelt, ist die Zusammenarbeit oft schwieriger", sagt er. Deshalb sei es nicht notwendig, bei jedem Thema gemeinsam zu handeln. "Wenn es um landwirtschaftliche Fragen und die Stickstoffdiskussion geht, haben wir als Foodvalley direkten Kontakt zum Staat. Ebenso gibt es Themen, die für die Region Arnhem-Nijmegen wichtiger sind als für uns. Wir haben eine andere Identität, beide mit ihren eigenen Themen. Aber gerade das macht es interessant, denn wir können voneinander lernen. Wir ergänzen uns einfach sehr gut."

Verhulst ist daher der Meinung, dass man sich ansehen muss, welche Kooperationen pro Thema möglich sind. Das kann auch über nationale Grenzen hinweg sein. "Mit Foodvalley und Lifeport sind wir in der Euregio Rhein-Waal, zusammen mit deutschen Städten wie Düsseldorf, Köln und Duisburg. Damit haben wir ein Projekt zur Schaffung grüner Nachbarschaften gestartet. Wir beschäftigen uns mit denselben Problemen. Jeder hat seine eigenen Erfahrungen damit, und das ist sehr interessant.

Ihm zufolge läuft die Zusammenarbeit zwischen Foodvalley und Lifeport sehr gut.

"Wenn es etwas gibt, wissen wir sofort, wo wir einander finden, mit kurzen Kommunikationswegen. Ich habe das Gefühl, dass wir im Laufe der Jahre immer enger zusammengerückt sind. Auch die Provinz Gelderland fördert dies. Gemeinsam arbeiten wir wirklich an den Themen der Zukunft."

 

Dieser Artikel wurde veröffentlicht auf Kijk op Arnhem Nijmegen - Mai 2026