Digitalisierung, KI und ChatGPT: Begriffe, die Regierungen und Unternehmen manchmal das Fürchten lehren. Denn was kann oder soll man damit machen und was sind die Risiken? Wie sieht die Zukunft aus?

Jan Bakker, Geschäftsführer und Mitbegründer des Arnheimer Unternehmens Avisi, berichtet, wie das Unternehmen auf Digitalisierung und KI für mehr Nachhaltigkeit setzt. Dies geschieht beispielsweise im Rechtsbereich, im Gesundheitswesen und bei den Versorgungsunternehmen.
Avisi
Avisi entwickelt maßgeschneiderte Software für größere Unternehmen und halbstaatliche Organisationen. Das Unternehmen ist seit dem Jahr 2000 tätig, als das Internet und die Software noch in den Kinderschuhen steckten. Damals wie heute herrschte ein erheblicher Fachkräftemangel, und echte Kenntnisse und Fähigkeiten wurden nur an wenigen Stellen aufgebaut. Hier sah Bakker eine Chance: Zusammen mit seinen Kommilitonen wollte er Spezialisten zusammenbringen, um immer bessere Software zu entwickeln. So wurde das Wissenszentrum Avisi geboren.
Als Wissenszentrum in der Region hoffen wir, auf diese Weise etwas bewirken zu können.
Investieren in die Zukunft
Für ein Unternehmen ist es nicht einfach, mit den rasanten Entwicklungen in den Bereichen KI und Digitalisierung Schritt zu halten. Avisi ist daher damit beschäftigt, so viel Wissen und Fähigkeiten wie möglich zu entwickeln und seine eigenen Produkte rund um KI zu bauen. "Es ist eine große Herausforderung auf praktischer und politischer Ebene. Viele Parteien haben noch ein wenig Angst vor der unbekannten KI", sagt Bakker. "Deshalb wollen wir als Unternehmen mit Proof of Concepts zeigen, was möglich ist. Damit auch die Politiker verstehen, dass ein positiver Wandel möglich ist."
Heute arbeitet das Unternehmen mit mehreren Universitäten in der KI-Forschung zusammen, betreut Studentenlabore und Start-ups, investiert in künftige Talente und teilt das gesamte Wissen, um gemeinsam voranzukommen. "Wir möchten mit KI-gestützter Software eine Rolle bei der Energiewende spielen. Das können wir nur erreichen, wenn wir unsere Kräfte bündeln", so Bakker.
Energiewende
"Digitalisierung und KI fördern die nachhaltige Energiewende, indem sie die Effizienz verbessern und die Kosten senken. So unterstützt KI beispielsweise intelligente Netze, sagt Wartungsarbeiten voraus, optimiert die Energiespeicherung und fördert die Energieeffizienz von Maschinen. Darüber hinaus verbessert KI die Vorhersage der Erzeugung erneuerbarer Energien und steuert dezentrale Energiesysteme. KI kurbelt das Wachstum von Elektrofahrzeugen an und verbessert die Kohlenstoffabscheidung und -speicherung. Schließlich hilft KI den politischen Entscheidungsträgern, fundierte Entscheidungen zu treffen, und befähigt die Verbraucher, nachhaltigere Energieentscheidungen zu treffen.
ENTRNCE ist einer der Kunden von Avisi, die sich mit der Energiewende befassen. "ENTRNCE entwickelt digitale Lösungen für den Energiemarkt der Zukunft. Wir haben für sie eine Plattform entwickelt, die die Kombination zwischen lokaler grüner Energie und zentraler Energieversorgung ermöglicht. Damit können die Kommunen jede beliebige Kombination aus lokaler und zentral erzeugter Energie selbst bestimmen."
Kartierung des Wassersystems
Die Erfassung von Kenntnissen und Fähigkeiten bei der Wartung von Wassersystemen in den Niederlanden ist ein weiteres Beispiel für den Konzeptnachweis von Avisi. "Wir nutzen KI, um mehr als 6 Millionen Dokumente automatisch zu erkennen und digitale Zwillinge von Bauplänen zu erstellen. Auf diese Weise können Dokumentation und Fachwissen automatisch mit den Anlagen verknüpft werden, was das Wartungswissen sichert."
Ein digitaler Zwilling von dir als Schaufensterpuppe
Auch in der Bekleidungsindustrie ist ein nachhaltiger Wandel möglich: "Eine Branche mit enormer Umweltverschmutzung: Fast die Hälfte aller Kleidungsstücke wird weggeworfen oder zerstört." Mit Digitalisierung und KI könnte man die Branche nachfrageorientiert machen. "Das perfekte Beispiel für die Digitalisierung", sagt Bakker. "Mit KI kann man einen digitalen Zwilling von sich selbst erstellen, seine Maße scannen lassen und den gewünschten Stil auswählen. Anhand dieser Informationen können dann automatisch Kleidungsstücke ausgewählt werden, die man dann bestellen kann. Auf diese Weise produzieren die Unternehmen nur dann Kleidung, wenn Sie sie bestellen. Das kostet zwar etwas mehr, ist aber viel besser für die Welt.
Schneller als der Rest der Gesellschaft
Das klingt alles vielversprechend und großartig. Das ist es auch, aber laut Bakker befinden sie sich noch in der Forschungsphase. "Wir können noch nicht weitermachen. Der rechtliche Aspekt arbeitet im Moment noch ein wenig gegen uns: Die Technologie entwickelt sich viel schneller, als die Politik mithalten kann. Das ist schade, denn wir könnten zum Beispiel in Sachen Nachhaltigkeit so viel bewirken."
Avisi verfolgt alle Entwicklungen aufmerksam und wird dies natürlich auch in der kommenden Zeit tun. "Wir bleiben aktiv und tauschen uns zum Beispiel mit dem Stadtvermarkter von Arnheim aus. Gemeinsam überlegen wir, wie wir das Wissen auf dem Laufenden halten und sichern können. Wir wollen unser Wissen teilen, von anderen lernen und gemeinsam sehen, wie wir die Gesellschaft besser machen können."


