Interview mit Vorstandsmitglied Daniël Wigboldus
„Fünfzehn Prozent der Studierenden an der Radboud-Universität kommen nicht aus den Niederlanden, und viele Branchen kämpfen mit Personalmangel. Wenn wir diese beiden Aspekte miteinander verbinden, können wir vielleicht einen Teil des Personalproblems lösen“, so Daniël Wigboldus. Er ist Vorsitzender des Verwaltungsrats der Radboud-Universität und Mitglied des Economic Board und erläutert in diesem Interview, welche Lösungen er für die Engpässe auf dem Arbeitsmarkt sieht.
Text: Eva van Otterlo / Fotos: Radboud Universität
Text: Eva van Otterlo / Fotos: Radboud Universität
Daniël Wigboldus liefert eine sozialpsychologische Erklärung: „Ein wichtiges Thema in dieser Region ist es, Talente zu finden und zu halten. Damit meine ich alle Talente, jung und alt, mit niederländischen Wurzeln oder im Ausland geboren und aller Bildungsniveaus. Wie können wir diese Talente in unserer Region halten? Das hat mit Attraktivität zu tun. Talente ziehen Talente an, sorgen für Lebendigkeit und Dynamik. Das wirkt wie ein Magnet.“
„Wir haben zahlreiche hervorragende Bildungseinrichtungen in unserer Nähe. Neben der RU sind das die WUR, die HAN, das ROC Rijn IJssel, die Hochschule Van Hall Larenstein und weitere Bildungseinrichtungen. Das sind allesamt Anziehungspunkte, die junge Menschen, Lehrkräfte und Wissenschaftler anziehen. Wir bieten ein breites Spektrum an Studiengängen und Ausbildungsgängen, damit sich Talente weiterentwickeln können, um anschließend in unserer Region zu arbeiten.“
Um Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt wieder etwas ins Gleichgewicht zu bringen, gibt es in unserer Region drei Schwerpunkte: Lebenslanges Lernen für alle, die Aktivierung ungenutzter Arbeitskräfte sowie die Gewinnung und Bindung von Talenten. „Diese drei Punkte sind alle von großer Bedeutung; die Internationalisierung erfordert zudem ein Umdenken. Die Herausforderungen sind grenzüberschreitend – man denke nur an Migrationsfragen: Stickstoff hält sich nicht an Landesgrenzen, Bauen, Ernährung, Wissensentwicklung – alles geht über die Grenzen hinaus.“
„Wir haben zahlreiche hervorragende Bildungseinrichtungen in unserer Nähe. Neben der RU sind das die WUR, die HAN, das ROC Rijn IJssel, die Hochschule Van Hall Larenstein und weitere Bildungseinrichtungen. Das sind allesamt Anziehungspunkte, die junge Menschen, Lehrkräfte und Wissenschaftler anziehen. Wir bieten ein breites Spektrum an Studiengängen und Ausbildungsgängen, damit sich Talente weiterentwickeln können, um anschließend in unserer Region zu arbeiten.“
One Planet als Beispiel für eine Zusammenarbeit
Wie stellen wir eine Abstimmung mit der Wirtschaft und der lokalen Verwaltung sicher? „Die Akteure der Triple-Helix (Bildung, Wirtschaft, Verwaltung) finden immer besser zueinander, was einzigartige Chancen bietet. Konkret zeigt sich eine solche Zusammenarbeit beispielsweise im One-Planet-Programm, das mit Fördermitteln der Provinz Gelderland ins Leben gerufen wurde. Das OnePlanet Research Center ist eine multidisziplinäre Kooperation zwischen der Wageningen University & Research, der Radboud-Universität, dem Radboudumc und dem weltweit führenden Nanotechnologie-Unternehmen imec. Im Mittelpunkt steht ein gesundes Leben, dabei wird alles berücksichtigt. Vom Kopfsalat, der auf den Feldern angebaut wird, bis hin zur Verarbeitung desselben Salats in Ihrem Verdauungssystem. Die Technologie liefert Sensoren und Messverfahren. In diesem Projekt wird auch darüber nachgedacht, wie wir die Welt auch in Zukunft ernähren können.“Gemeinsam Probleme lösen, das zieht Talente an
„Im Bereich der Kreislaufwirtschaft und der Energiewende sieht man dasselbe: Menschen mit unterschiedlichem Hintergrund arbeiten zusammen – Connectr ist dafür ein gutes Beispiel. Brücken zu bauen – im wörtlichen wie im übertragenen Sinne – können wir gut. Wir erkennen immer mehr, dass sich Zusammenarbeit lohnt; wir bündeln unser Fachwissen. Wir brauchen Denker, aber auch Macher in den Bereichen Energie, Gesundheit und Technologie. Diese Zusammenarbeit, diese Synergie wirkt wie ein Magnet. Und sie bewirkt etwas.“
Um Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt wieder etwas ins Gleichgewicht zu bringen, gibt es in unserer Region drei Schwerpunkte: Lebenslanges Lernen für alle, die Aktivierung ungenutzter Arbeitskräfte sowie die Gewinnung und Bindung von Talenten. „Diese drei Punkte sind alle von großer Bedeutung; die Internationalisierung erfordert zudem ein Umdenken. Die Herausforderungen sind grenzüberschreitend – man denke nur an Migrationsfragen: Stickstoff hält sich nicht an Landesgrenzen, Bauen, Ernährung, Wissensentwicklung – alles geht über die Grenzen hinaus.“


