Von der genaueren Vorhersage von Produktionszeiten bis hin zur Analyse medizinischer Bilder: Künstliche Intelligenz (KI) wird in der Region Arnheim-Nimwegen immer häufiger ganz konkret in der Praxis eingesetzt, und zwar in Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, Studierenden und Forschungseinrichtungen.
„Studierende lösen Probleme, mit denen Unternehmen schon seit Langem zu kämpfen hatten.“
Bei EKI in Nijmegen, dem Gummi- und Schaumstoffhersteller, der kürzlich die Auszeichnung „Hoflieferant“ erhielt, wurde ein Webshop eingerichtet, in dem Kunden Gummi- und Schaumstoffprodukte vollständig nach Maß und in exakten Stückzahlen bestellen können. Zu diesem Zweck wurde ein Konfigurator entwickelt. Doch aufgrund der unendlichen Möglichkeiten wurde es fast unmöglich, im Voraus vorherzusagen, wie lange die Produktion einer Bestellung dauern würde.
Dabei ist es genau das, was Kunden gerne wissen möchten: Wie lange dauert es, bis ich meine Sachen habe?
Simon ist Masterstudent an der Radboud-Universität. Über das MKB Datalab-Oost wurde er mit EKI in Kontakt gebracht. Er wandte ein KI-Modell auf die Fragestellung an und sorgte dafür, dass die Berechnung der Produktionszeit doch möglich wurde.
Geschäftsführer Bart van der Tol berichtet begeistert: „Dafür hat er nur drei Elemente verwendet. Simon hat uns beigebracht, dass der Trick darin besteht, es so einfach wie möglich zu machen. Simons Modell nutzen wir nun täglich, um die Lieferzeit zu berechnen.“
Etwas bewegen
Dies zeigt, dass KI nicht nur etwas für große Tech-Unternehmen ist. „In vielen Unternehmen stehen oft große Datenmengen zur Verfügung, aber die Unternehmen wissen häufig nicht genau, was sie mit KI tun können und wollen“, erklärt Tom Heskes. „Daran können Studierende des MKB Datalab arbeiten.“ Tom ist Professor für Data Science und engagiert sich beim MKB Datalab-Oost.
Laut Bart kann sich ein Unternehmen durch den Einsatz von KI von seinen Mitbewerbern abheben. „Früher reichte es aus, wenn man sehr gut darin war, sagen wir mal, Untersetzer herzustellen. Heute kommt es aber auch darauf an, dass man Cafés bei der automatischen Belieferung oder der Reaktion auf aktuelle Ereignisse unterstützt. Dabei kann KI helfen!“

(v. l. n. r.) Bart van der Tol, Tom Heskes und Eva van Rikxoort
Bildnachweis: Youri Brouwer
Gesundheit
Ein weiteres anschauliches Beispiel aus der Region ist Thirona, das internationale KI-Unternehmen von Eva van Rikxoort. Die Technologie von Thirona unterstützt Ärzte weltweit dabei, Erkrankungen der Lunge und des Gehirns schneller und genauer zu diagnostizieren. Mit fortschrittlichen KI-Lösungen für die medizinische Bildanalyse hilft das Unternehmen medizinischen Fachkräften dabei, Diagnosen früher zu stellen, Behandlungen besser abzustimmen und die Qualität der Versorgung zu verbessern.
„Wir arbeiten viel mit Studierenden und mit Daten, vor allem mit CT-Scans“, erzählt Eva. „Um damit etwas anfangen zu können, müssen wir zunächst wissen, was darauf zu sehen ist, und diese Bilder sorgfältig annotieren. Dafür arbeiten wir mit Studierenden zusammen. Wie cool ist es, als Studierender an echten medizinischen Fragestellungen mitzuarbeiten, um echte Probleme zu lösen?“
Etwas bewirken
Laut Tom liegt genau darin die Stärke von Lifeport Regio Arnhem Nijmegen: KI wird hier nicht nur entwickelt, sondern auch direkt in Branchen eingesetzt, in denen die Region stark ist, wie Gesundheit, Energie, Technik und Industrie. Das macht das Angebot sowohl für Studierende als auch für Unternehmen attraktiv.
Auch das Umfeld und die Art der Studierenden in der Region spielen dabei eine Rolle, wie er feststellt. Der Schwerpunkt liegt auf Themen wie menschenorientierter KI und Digitalisierung, wobei der gesellschaftliche Einfluss im Vordergrund steht. „Das merkt man wirklich an unserer Studierendenpopulation. Sie wollen etwas im Bereich Energie und Netzengpässe oder zum Beispiel im Gesundheitswesen bewirken. Sie wollen mit ihrer Arbeit wirklich etwas bewirken. Das sorgt für eine Dynamik, die perfekt zu unserer Region passt. Hier passiert es!“


